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		<title>Session 8: Der Mensch im Netzwerk</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:33:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Aubrey de Grey]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Bilderberg]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Thiel]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Singularity Summit]]></category>

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		<description><![CDATA[
Siggi goes wild – und beginnt die Session mit einer Referenz auf das diesjährige Bilderberg-Treffen: Interessanter Weise war bei diesem Treffen auch Peter Thiel eingeladen, was vermuten lässt, dass der durchaus exklusive Macht-Club der Bilderberger dessen Themen auf der Agenda hat.
Die &#8222;Beschleunigung der Beschleunigung&#8220; ist der zentrale rote Faden, den man bei der Außenbetrachtung von Peter Thiels [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12701818&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12701818&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog">Siggi</a> goes wild – und beginnt die Session mit einer Referenz auf das diesjährige <a title="Spiegel.de: Bilderberg in Spanien 2010" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,698844,00.html">Bilderberg-Treffen</a>: Interessanter Weise war bei diesem Treffen auch <a title="Wikipedia: Peter Thiel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Thiel">Peter Thiel</a> eingeladen, was vermuten lässt, dass der durchaus exklusive Macht-Club der Bilderberger dessen Themen auf der Agenda hat.</p>
<p>Die &#8222;<em>Beschleunigung der Beschleunigung</em>&#8220; ist der zentrale rote Faden, den man bei der Außenbetrachtung von Peter Thiels Lebenslauf deutlich schimmern sieht. Mit ganz konkreten Auswirkungen. Ob dies nun die aktive Förderung von <a title="Aubrey de Grey" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aubrey_de_Grey">Aubrey de Grey</a>, das Investment in Facebook (Thiel hält 7%) oder die Gründung des <a title="Singularity Summit" href="http://www.singularitysummit.com/">Singularity Summits</a> ist.</p>
<p><span id="more-585"></span></p>
<p>Doch egal, wie elitär die Bilderberger nun sind; die Frage ist schließlich, was Netzwerke und das Netzwerken in 2010 noch bedeuten. In Zeiten, in denen die Methode des Netzwerkens digitalisiert worden ist und jedem offen steht, ist sie selbst nicht mehr zur Herstellung von Differenzen geeignet.</p>
<p>An dieser Stelle entspannt sich in der Session eine Debatte zwischen <a title="Tim" href="http://bruysten.com">mir</a> und <a title="Dr. J. Martin" href="http://betweendrafts.com">J.</a>, ob der Bedeutung des Individuums im Netzwerk. Unterliegen Netzwerke &#8222;an sich&#8220; Regeln, die von den Teilnehmern nicht beeinflussbar – evtl. sogar unsichtbar für sie sind? Ohne dass wir das Wort sagen, geht es um die Frage nach den Qualitäten der Resilienz von Netzwerken. (Siehe auch: <a title="Tim Bruysten: PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds" href="http://wavetank.de/2010/04/pr-netzwerken-und-propaganda">PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds</a>).</p>
<p>So stehen zwei Fragen im Mittelpunkt der 8. Session:</p>
<ol>
<li>Die Frage nach dem Wechselspiel von Mensch und Netzwerk und der Bedeutung des &#8222;Ichs&#8220; in einer &#8222;Allgemeinen Gesellschaft&#8220; des 21. Jahrhunderts</li>
<li>und die Frage nach den impliziten Handlungsaufforderungen, die den Erkenntnissen über die Beschleunigung und den Szenarien der Beschleunigung der Beschleunigung innewohnen.</li>
</ol>
<p>_______</p>
<p>siehe auch:</p>
<ul>
<li><a title="PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds" href="http://wavetank.de/2010/06/pr-netzwerken-und-propaganda/">PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds</a></li>
<li><a title="Der Ort, die Zeit" href="http://wavetank.de/2010/06/der-ort-die-zeit/">Der Ort, die Zeit</a></li>
<li><a title="Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a></li>
<li><a title="Paul Strassmann on Information Management and Organizational Entropy" href="http://wavetank.de/2010/01/information-management-and-organizational-entropy/">Paul Strassmann on Information Management and Organizational Entropy</a></li>
<li><a title="Die “Kybernese der Gesellschaft”" href="http://blog.bruysten.com/2010/04/11/die-kybernese-der-gesellschaft/">Die “Kybernese der Gesellschaft”</a></li>
</ul>
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		<title>PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kybernetik]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ektropie]]></category>
		<category><![CDATA[Entropie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>

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		<description><![CDATA[In den 80er und 90er Jahren wurde in Management-Seminaren und solchen, die sich dafür hielten, davon gesprochen, welche Macht im Netzwerken steckt. Nun, 2010 netzwerkt irgendwie jeder, zumindest einige hundert Millionen Menschen und dies mit exzessivem Einsatz von Hochtechnologie. Dies ist möglich, da selbige im Sinne Espositos &#8222;transparent&#8220; geworden ist.
In einer Gesellschaft, in der das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>In den 80er und 90er Jahren wurde in Management-Seminaren und solchen, die sich dafür hielten, davon gesprochen, welche Macht im Netzwerken steckt. Nun, 2010 netzwerkt irgendwie jeder, zumindest einige hundert Millionen Menschen und dies mit exzessivem Einsatz von Hochtechnologie. Dies ist möglich, da selbige im Sinne <a title="Elena Esposito: Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation" href="http://wavetank.de/2010/01/355/">Espositos &#8222;transparent&#8220;</a> geworden ist.</p>
<p>In einer Gesellschaft, in der das Netzwerken zum täglichen Brot gehört, kann es nicht mehr ein Werkzeug zur Machterlangung sein. Oder? Beschleunigt man das Netzwerken linear, so könnte durch die kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Netzwerke nach wie vor ein Wettbewerbsvorteil zu erreichen sein. In exponentiell beschleunigten Systemen oder allein schon dann, wenn der Vergleich der Qualität der Knotenpunkte nur eine sehr kleine Schwelle darstellt, dürften die Kosten die notwendig sind, einen signifikanten Abstand zur Masse herzustellen, jedoch ebenfalls exponentiell steigen.</p>
<p><span id="more-471"></span></p>
<p>Von dieser Beschleunigung ist schon alleine deswegen auszugehen, weil das Netzwerken, welches mit Hilfe von digitaler Technologie erfolgt eine qualitative Kybernetisierung der Gesellschaft darstellt. Da die Kosten, selbst ein Knoten in quasi jedem beliebigen Netzwerk zu werden, extrem gering geworden sind, ist mehr denn je die Möglichkeit, selbst eine höhere Form der Unwahrscheinlichkeit anzunehmen dafür entscheidend, Teil eines qualitativ höherwertigen Netzwerkes zu werden. (Eine ersten Definitionsversuch zur Erkennbarbeit von Fortschritten habe ich hier im Wavetank vor Kurzem unternommen: <a title="Tim Bruysten: Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a>)</p>
<p>So werden die Effekte des digitalen Netzwerkens unmittelbar in die Gesellschaft zurückgekoppelt; die Treibjagd um das effektivere Netzwerk hat begonnen.</p>
<p>Schon länger sprechen wir (<a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog">Siggi</a>, <a title="Dr. J. Martin" href="http://betweendrafts.com">Dr. J.</a> und <a title="Tim" href="http://bruysten.com">ich</a>) von der Resilienz eines Netzwerks. Eine Qualität, die dessen Nachhaltigkeit in einer Weise beschreibt, die es unabhängig von Veränderungen des Marktes macht, in dem es sich bewegt… also der Unabhängigkeit von den Regeln der endlichen Spiele.</p>
<p>In der oben beschriebenen Situation ist aber das Netzwerken selbst zu einem endlichen Spiel geworden. Technologie hat diesbezüglich einen disruptiven Effekt gehabt, der das Netzwerken demokratisiert hat. Die Lösung des erneuten Differenzgewinnes kann nun meines Erachtens nicht im Nicht-Netzwerken liegen. Sondern vielmehr darin, das Netzwerken selbst auf einer höheren Ebene zu betrachten. (siehe auch: <a title="Die “Kybernese der Gesellschaft”" href="http://blog.bruysten.com/2010/04/11/die-kybernese-der-gesellschaft/">Die “Kybernese der Gesellschaft”</a>)</p>
<p>Eine konkrete Lösung gilt es noch auszumäandern… doch liegt mir der Verdacht nahe, dass besonders zwei Faktoren hier eine entscheidende Rolle spielen könnten:</p>
<ul>
<li>In Netzwerken vorrangig die Kommunikationsprozesse sehen und nicht die Kommunizierenden</li>
<li>Selbst die Position eines volatilen und gleichzeitig singulären Knotenpunktes besetzen zu können (am besten: indirekt)</li>
</ul>
<p>Folglich: Die Entropie der Netzwerke zu erkennen und über genügend Energie zu verfügen, einen ektropischen Posten beziehen zu können. (Schon vor einiger Zeit deutete Siggi auf einem Wave-Hackathon so etwas an: <a title="Siggi Becker: Disruption und Konflikt" href="http://wavetank.de/2009/08/disruption-und-konflikt-audio-und-folien/">Disruption und Konflikt</a> und habe ich mir einen kleinen Spaß im weiteren Kontext erlaubt: <a title="Tim Bruysten: Die Dekohärenz sozialer Systeme" href="http://wavetank.de/2009/08/die-dekoharenz-sozialer-systeme/">Die Dekohärenz sozialer Systeme</a>).</p>
<p>Durch die flächendeckende Einführung digitaler, sozialer Netzwerke sind die Public Relations zu final endgültigen Public Relations geworden; Propaganda<a title="Fußnote: Propaganda" href="#Propaganda">*</a> im 21. Jhd. bedeutet somit: Den ausgewählten Netzwerken Resilienz verleihende Positionen spontan besetzen und andere Positionen spontan meiden zu können.</p>
<p>Wieder einmal ist es also der Paradigmenwechsel vom analytisch &#8211; konstruierenden Lernen, hin zum assoziativ &#8211; musterfindenden Lernen. Nicht die Fähigkeit, möglichst viele gute Verbindungen zu interessanten Personen einzugehen, sondern unabhängig von Personen, allein auf Basis der Prozesse der Kommunikation in Netzwerken, die Muster erkennen zu können, die dem Netzwerk seine Kraft verleihen. Und diese dann gezielt zu stützen oder zu schwächen.</p>
<p>______________</p>
<p>*<a name="Propaganda"></a>Propaganda ist ein schwieriges Wort, eigentlich wollte ich daher auf Wikipedia verlinken. Musste aber schon beim schnellen Überfliegen des Artikels dort feststellen, dass die wesentlichste Quelle fehlt. Daher verlinke ich hier auf diese Quelle: <a title="Amazon: Edward Bernays: Propaganda" href="http://www.amazon.de/dp/3936086354">Edward Bernays, Propaganda</a>.</p>
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		<title>Survival Value</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 13:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J. Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konflikt]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Fragen, die mich an der Digitalisierung der Gesellschaft interessieren, gehört auch die Vergrößerung oder Verringerung der Überlebenschancen kultureller Artefakte, eine Frage, die zu interessanten Konsequenzen führt. Wir können zum Beispiel davon ausgehen, daß unsere Literatur und unsere Musik und unsere Filme in absehbarer Zeit nicht mehr in einer physischen Form vorhanden sein werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Zu den Fragen, die mich an der Digitalisierung der Gesellschaft interessieren, gehört auch die Vergrößerung oder Verringerung der Überlebenschancen kultureller Artefakte, eine Frage, die zu interessanten Konsequenzen führt. Wir können zum Beispiel davon ausgehen, daß unsere Literatur und unsere Musik und unsere Filme in absehbarer Zeit nicht mehr in einer physischen Form vorhanden sein werden, die wir im Laden kaufen oder ins Regal stellen können. Mein Bücherregal habe ich nur, weil ich etwa zwölf Jahre bräuchte, um meinen Buchbestand zu digitalisieren. Meine CDs sind alle im Keller, wo sie hingehören. Mein eigener produktiver Output ist fast ausschließlich digital. </p>
<p>Historisch gesehen hing das Survival Value kultureller Artefakte von den beiden Parametern Kopieraufwand und Robustheit des Mediums ab. Beschriebene Steintafeln waren sicher robust, aber extrem aufwendig zu kopieren. Schriftrollen zu kopieren war vergleichsweise erheblich unaufwendiger, aber Pergament oder Papyrus ungleich weniger robust. In beiden Bereichen sind wir weit gekommen. Wie sieht es mit diesen beiden Parametern in der digitalisierten Gesellschaft aus?</p>
<p><span id="more-548"></span></p>
<p>Zunächst die Robustheit. Erhöht Digitalisierung die Überlebenschance unserer kulturellen Artefakte in einer Welt, in der neue Artefakte auch zunehmend direkt und ohne physische Umwege oder Trägermedien jenseits reiner Speichermedien digital kreiert und digital gespeichert werden? Zum Beispiel im Falle eines Atomkriegs, in dem Rechenzentren sicherlich als vordringliche Ziele gelten dürften? </p>
<p>Um <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/J._Hillis_Miller">J. Hillis Miller</a> zu zitieren:</p>
<blockquote><p>On the one hand, cyberspace may easily be thought of as a postapocalyptic survival. It is as though when we enter cyberspace we are living virtually beyond the end of the world. We are using what would survive if all the books, manuscripts, and other material archives were destroyed in a nuclear holocaust. [T]he Internet is like the survivor of a nuclear war that has not yet occurred. (<em>Black Holes</em>, 15)</p></blockquote>
<p>Das würde natürlich voraussetzen, daß wir wirklich so schlau sind, wie wir glauben, und daß — wie Miller einschränkend hinzufügt — Cyberspace nicht durch EMPs oder andere Effekte von Nuklearwaffen „ausradiert“ werden kann. In diesem Fall wäre, neben der Zerstörung unserer Zivilisation, die restlose und irreversible Zerstörung des Archivs denkbar, “[and the] total destruction of the basis of literature and criticism once invoked by Derrida may be a danger we still face after all” (115).</p>
<p>Wie sicher, wie robust ist dieser Ort für unser kollektives Gedächtnis, unsere kollektive Kultur, unser “digital mind”?</p>
<p>Der zweite Punkt ist die Kopierbarkeit — modern gesprochen „Redundanz“. Digitalisierung hat den Weg geöffnet für die unaufwendigste und vorlagengetreueste Kopierbarkeit aller Zeiten. Aber diese Sicherheit durch Kopierbarkeit ist trügerisch. So lange sie sich in meiner Wohnung befinden, sind meine Manuskripte auf digitalen Medien und Backup-Medien keinen Deut sicherer als in meiner Schublade (wenn ich so etwas hätte). Die Sicherheit steigt, wenn ich mindestens ein Backup-Medium woanders lagere, wenn möglich gleich in einer anderen Stadt. Aber dann steigt wieder der Aufwand und die Robustheit sinkt. Maximale Robustheit des Mediums (durch Redundanz) und maximale Unaufwendigkeit des Kopiervorgangs (durch Automatisierung) habe ich genau dann, wenn ich meine Manuskripte in die Cloud hochlade oder dort am besten überhaupt erst kreiere.</p>
<p>Ein Modell, das viel mehr als nur ein Backup ist, völlig unabhängig davon, auf welche Art oder Arten diese Cloud sich zukünftig weiter realisieren wird. Es ist das Überlebensmodell für unsere kulturellen Artefakte in der digitalisierten Gesellschaft. Ein Modell, das zwei Problemfelder eröffnet: Datenschutz/Privacy auf der einen Seite, Content/Verwertungsrechte auf der anderen Seite. Die Angst von Menschen, daß sie zum gläsernen Menschen werden, auf der einen Seite. Die Geiselnahme unserer kulturellen Artefakte in zentralisierten, proprietären und unkopierbaren Quarantäne-Containern zur Aufrechterhaltung obsoleter Geschäftsmodelle auf der anderen Seite. Eine Geiselnahme, überdies, die uns <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2010/apr/16/digital-economy-act-cory-doctorow">viel gläserner machen wird</a>, als wir jetzt noch für möglich halten.</p>
<p>In einer radikal digitalisierten Welt hängt das Survival Value unserer kulturellen Artefakte in hohem Maße davon ab, wie wir uns gleichzeitig gegen zwei Reflexe wehren können: Unseren eigenen, persönlichen Privatisierungsreflex und den korporiert-globalisierten Polizeistaatsreflex der Content- und Verwertungsindustrie.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
Miller, J. Hillis, and Manuel Asensi. <a href="http://www.amazon.com/Hillis-Boustrophedonic-Reading-Cultural-Present/dp/0804732434/"><em>Black Holes</em></a> / J. Hillis Miller; or, Boustrophedonic Reading. Transl. Mabel Richart. Stanford: Stanford UP, 1999.</p>
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		<title>Der Ort, die Zeit</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 23:35:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboration]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Messen, Kongresse, Konzerte, Parteitage, Events (…) haben implizit einen neuen Anspruch übergestülpt bekommen. Wer Vernetzung und Kommunikationstechnologie ernst nimmt, sollte im Zeitalter des Internets einen guten Grund haben, jemanden vor Ort zu bitten. Der Transfer von Informationen, oder performative Redundanz hatten sicherlich in vergangenen Epochen ihre gesunde Berechtigung, sich in lokalen Veranstaltungen zu manifestieren. 2010 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Messen, Kongresse, Konzerte, Parteitage, Events (…) haben implizit einen neuen Anspruch übergestülpt bekommen. Wer Vernetzung und Kommunikationstechnologie ernst nimmt, sollte im Zeitalter des Internets einen guten Grund haben, jemanden vor Ort zu bitten. Der Transfer von Informationen, oder performative Redundanz hatten sicherlich in vergangenen Epochen ihre gesunde Berechtigung, sich in lokalen Veranstaltungen zu manifestieren. 2010 jedoch sind sie schlicht eine Zumutung. Oder?</p>
<p><span id="more-534"></span></p>
<p>Sitzen und lauschen können diverse Medien besser transportieren. Ein qualitativer Diskurs ist im Netz ebenfalls etablierbar. Ein Beispiel mögen nur die Facebook-Seiten von &#8222;<a title="Facebook: ZDF Heute" href="http://www.facebook.com/ZDFheute">ZDF heute</a>&#8220; oder &#8222;<a title="McK Quarterly" href="http://www.facebook.com/mckinseyquarterly">McKinsey Quarterly</a>&#8220; sein. Wozu sammelt man also Leute an einem Ort zu einer Zeit zusammen, wenn digitalisierte Diskurse durch technologische Unterstützung asynchron, kontextuell und ubiquitär verfügbar sein können; wenn die monetären und ökologischen Kosten einer echten Veranstaltung ungleich viel höher sind? Wenn die Qualität, mit der ich einen Sprecher beobachten und seiner Rede folgen, pausieren, verifizieren, falsifizieren, kontrollieren, redigieren, weiter publizieren (…) kann, im Digitalen so viel höher sein kann?</p>
<p>Nach einer gemeinsamen Veranstaltung hat <a title="Code Concept Atmo Being" href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2007/09/2-webmontag-dusseldorf/">sich Siggi mal zu etwas hinreissen lassen</a>, was ein erster Ansatz sein kann: Der Grund, warum eine räumlich und zeitlich synchrone Veranstaltung Sinn macht, muss in den Möglichkeiten begründet sein, die nur dieser real-existierende Raum bietet: Die Inszenierung der Versammlung: Was wurde erreicht; welcher Vortrieb welcher Profession hat stattgefunden? Zu welchem Gewinn haben die Teilnehmer durch ihre unmittelbare Interaktion beigetragen?</p>
<p>Und: Welche Qualität verdankt dieser Gewinn der lokalen Zusammenkunft?</p>
<ol>
<li>Eine tatsächlicher intellektueller Zugewinn: Die Präsentation von etwas Neuem</li>
<li>Ein spontaner Diskurs, dessen Inszenierung im Moment einen emergenten Prozess provoziert</li>
<li>Die Schaffung einer Atmosphäre der Gemeinschaft</li>
<li>Eine öffentliche Manifestierung des Seins einer Gruppe</li>
</ol>
<p>Nun hatte in der vergangenen Woche <a title="T-Systems MMS" href="http://www.t-systems-mms.com/">T-Systems MMS</a> in das schöne <a title="Dresden" href="http://www.dresden.de/">Dresden</a> geladen; zum <a title="Dresdener Zukunftsforum" href="http://www.dresdner-zukunftsforum.de/blog/">Future Forum</a>. Wofür ich erstmal sehr dankbar bin. Denn ich habe das schöne Dresden kennen gelernt, konnte einige alte Kontakt auffrische und einige erfrischende neue Kontakte machen.</p>
<p>Ein Future-Forum in der deutschen Provinz. Geladene Sprecher: <a title="Ray Kurzweil" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Kurzweil">Ray Kurzweil</a> und <a title="Tim Berners-Lee" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a>. Weder der eine noch der andere haben allerdings in ihren Vorträgen einen neuen Erkenntnisgewinn formuliert oder gar proviziert. Ray Kurzweil hat zweifelsohne perfekt präsentiert, ist jedoch von vielen Konferenz-Teilnehmern mit seinen Visionen nicht ernst genommen worden. Während Tim Berners-Lee gar nicht über die Zukunft, sondern über die letzten 20 Jahre der Webentwicklung gesprochen hat und aus deren Mängeln eine Forderung zur Verbesserung vortrug. Stichwort: Linked Data. Beide Vorträge kann man ziemlich ähnlich bei TED (<a title="TEd: Ray Kurzweil: How Technology will transform us" href="http://www.ted.com/talks/ray_kurzweil_on_how_technology_will_transform_us.html">Ray</a>, <a title="TED: Tim Berners-Lee: On the Next Web" href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">Tim</a>) oder youtube oder sonst wo im Netz finden.</p>
<p>Zwischen den Vorträgen gab es &#8222;<a title="Dresdener Zukunftsforum: Breakout Sessions" href="http://www.dresdner-zukunftsforum.de/blog/4-dresdner-zukunftsforum/future-space/">Sessions</a>&#8220; in denen kleine Teams kurze Gedanken vortrugen, die teilweise kontrovers diskutiert wurden. Ein generell guter Gedanke, auf jeden Fall sehr viel zukunftiger als die Wiederholung einer Performation von zwei alten Männern.</p>
<p>Drei Fragen deshalb:</p>
<ol>
<li>Gibt es nicht in Dresden, Darmstadt, Aachen, Düsseldorf, Genf… Forscher, Visionäre, Utopisten, die den Stallgeruch des Forschens an der Zukunft besser in ein solches Forum tragen können? Frischer, ungehobelter, authentischer?</li>
<li>Ist eine inszenierte Wiederholung des Themas &#8222;Zukunft&#8220; überhaupt angemessen?</li>
<li>Ist die Form eines Vortrages, dem Thema &#8222;Zukunft&#8220; überhaupt angemessen?</li>
</ol>
<p>Alle drei Fragen sollen sich durch das vorher geschriebene bereits von selbst beantworten. Wenn also ein Kommunikations-Konzern in seinen kulturellen Gesten noch in der Moderne verhaftet ist, ist es kein Wunder, dass die Gesellschaft sich mancherorts, manchmal zerrissen fühlt. Zerrissen zwischen dem Anspruch Ernst zu machen mit den eigenen Errungenschaften und dem Nachziehen oder Vorschubsen der Gestrigen.</p>
<p>Welches Bild mag wohl Ray Kurzweil nun haben, dass er in die deutsche Provinz gerufen wurde, um für einen der größten Konzerne des Landes als Repräsentant für die Zukunft zu sprechen? Und welches Bild mag nun der aufgeklärter und der unaufgeklärte Gast haben, die einer Inszenierung des 20. Jahrhunderts beiwohnten und die als &#8222;Zukunfts-Forum&#8220; gelabelt war.</p>
<p>Ein typischer Fall, in dem der Gedanke des WARUM nicht der Gedanke des WOZU prägend war und so leider das Klassenziel nicht erreicht wurde. Ein Klassenziel was Barcamps, Wavewednesdays, Webmontage usw. in den letzten 10 Jahren aufgestellt haben: Die inspirierende Veranstaltung, bereit für einen emergenten Prozess. Wo auch immer der hinführen möge.</p>
<p>Sich ernsthaft auf die Zukunft vorbereiten, bedeutet nicht sie zu inszenieren zu suchen, sondern ihre Manigfaltigkeiten zu akzeptieren, ihre Unsicherheiten spielerisch aufzugreifen und vielfältige Bilder und Eindrucke von etwaigen, konkurrierenden Szenarien zu bekommen.</p>
<p>Im Chat brachte Siggi mich gerade auf einen weiteren, abschließenden Gedanken; was der allgemeine Anspruch einer Inszenierung &#8222;an sich&#8220; ist. Welche ethischen Prinzipien müssen in einer Zeit an Inszenierungen geheftet werden (dazu sollen hier auch Werbespots, Schulen oder Parlamente zählen), in der es zahlreiche Technologien mit dem Potential gibt, die Welt vollständig aus den Angeln zu heben (Nano, Nano-Assembling, Bio, Synth-Bio, Robotik, Nano-Robotik, Medizin, Computing, …).</p>
<p>Man könnte also radikalisierend formulieren, dass bei einer Veranstaltung, die das Label &#8222;Zukunft&#8220; trägt, ganz besonders hinterfragt werden darf, ob sie den Teilnehmern in einem exponentiell beschleunigten technologischen, techno-sozialen und soziologischen Umfeld (= 21. Jhd.) durch Repetition einer allgemein verfügbaren Inszenierung nicht tatsächlich die Zukunft verweigert.</p>
<p>________________________</p>
<p>Lesenswert im Kontext:</p>
<ul>
<li><a title="Digital Everything" href="http://wavetank.de/2010/05/digital-everything/">Digital Everything</a></li>
<li><a title="Complexity &amp; Processity" href="http://wavetank.de/2010/05/complexity-processity/">Complexity &amp; Processity</a></li>
<li><a title="Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a></li>
<li><a title="Differenzen stückeln" href="http://wavetank.de/2010/02/differenzen-stuckeln/">Differenzen stückeln</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Digital Everything</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 23:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Szenarien]]></category>
		<category><![CDATA[Bio-Assembling]]></category>
		<category><![CDATA[Craig Venter]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Synthetische Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

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		<description><![CDATA[Leider überlagert die oftmals leidige (wenn auch notwendige) Mediendebatte andere Themen oder nimmt sich im öffentlichen Diskurs zu viel Raum innerhalb eines Themas. So auch im Kontext der &#8222;Digitalisierung&#8220;. Unweigerlich zwingt die alltägliche Erfahrung, hier an Copyrights, das papierlose Büro und den Überlebensk(r)ampf von allen möglichen Totes-Holz-Produkten oder die Piratenpartei zu denken.
Dabei geht es hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Leider überlagert die oftmals leidige (wenn auch notwendige) <a title="Complexity and Processity" href="http://wavetank.de/2010/05/complexity-processity/">Mediendebatte</a> andere Themen oder nimmt sich im öffentlichen Diskurs zu viel Raum innerhalb eines Themas. So auch im Kontext der &#8222;Digitalisierung&#8220;. Unweigerlich zwingt die alltägliche Erfahrung, hier an Copyrights, das papierlose Büro und den Überlebensk(r)ampf von allen möglichen Totes-Holz-Produkten oder die Piratenpartei zu denken.</p>
<p>Dabei geht es hier um Alles. Ja. Um Alles. Digitalisierung ist Utopie und Dystopie zu gleich. Sie wird uns alles nehmen und alles geben. Sie bedarf dringend einer intellektuellen Debatte und einer öffentlichen Reflexion. Dabei wird an manchen Stellen auf Terra schon lange an Produkten gearbeitet, die StarTrek und H.G. Wells müde aussehen lassen.</p>
<p>Einen kleinen Einblick in die Digitalisierung des Lebens selbst gewährte uns <a title="Wikipedia: Craig Venter" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Craig_Venter">Craig Venter</a> vor wenigen Tagen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="446" height="326" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talks/podcast/CraigVenter_2010P.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/CraigVenter-2010P.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=863&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=craig_venter_unveils_synthetic_life;year=2010;theme=evolution_s_genius;theme=to_boldly_go;theme=medicine_without_borders;theme=inspired_by_nature;theme=new_on_ted_com;theme=tales_of_invention;theme=what_s_next_in_tech;event=TED+in+the+Field;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="446" height="326" src="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" flashvars="vu=http://video.ted.com/talks/podcast/CraigVenter_2010P.mp4&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/CraigVenter-2010P.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=863&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=craig_venter_unveils_synthetic_life;year=2010;theme=evolution_s_genius;theme=to_boldly_go;theme=medicine_without_borders;theme=inspired_by_nature;theme=new_on_ted_com;theme=tales_of_invention;theme=what_s_next_in_tech;event=TED+in+the+Field;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" bgcolor="#ffffff" wmode="transparent" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Die Digitalisierung der Prozesse der Erschaffung von Leben, im diesem Kontext mit dem Schlagwort der &#8222;synthetischen Biologie&#8220; oder dem &#8222;Bio-Assembling&#8220; bezeichnet ist keine ferne Vision. Sicher ist die Forschung noch lange nicht fertig und bis zu einer industriellen Fertigung werden noch einige Jahre vergehen… Moment… ! Braucht es bei einem klaren Durchdenken der Kontexte Digitalisierung und Bio-Assembling eine industrielle Fertigung? Wohl eher nicht. Im Massenmarkt werden wir Bio-Tamagotchis trotzdem noch nicht morgen haben.</p>
<p>Gentechnik auf Steroiden – der Umgang mit der DNA wie mit einer Programmiersprache zur Kreation ganz gezielter Lebensformen die ganz klar definierten Zwecken dienen sollen, ist ein Spielfeld unvermessener und ungeahnter Dimension. <a title="Wikipedia: Charles Stross" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Stross">Charles Stross</a> hat mit seinem Buch <a title="Charles Stross: Accelerando" href="http://www.amazon.de/dp/0441014151">Accelerando</a> einige gute Ideen geliefert.</p>
<p>Richtig spannend wird&#8217;s, wenn wir mehrere Visionen kreuzen: Mediale Kollaboration und Digitalisierung von &#8222;Allem&#8220;. Tools wie Wave lassen uns am Saum dieses Geistes schnuppern, das Plugin, welches die gemeinsame Modifikationen einer DNA erlaubt ist leicht zu schreiben… Der wahre Spaß liegt noch vor uns.</p>
<p>Im weiteren Kontext ist lesenswert:</p>
<ul>
<li><a title="Präzision und Unsichtbarkeit" href="http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/">Präzision und Unsichtbarkeit</a> (Robotik)</li>
<li><a title="Bot-Mediated Reality" href="http://wavetank.de/2010/01/bot-mediated-reality/">Bot-Mediated Reality</a> (Software Bots)</li>
<li><a title="Gentechnik goes Web2.0" href="http://blog.bruysten.com/2007/11/18/gentechnik-goes-web20/">Gentechnik goes Web2.0</a></li>
</ul>
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		<title>Complexity &amp; Processity</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/05/complexity-processity/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/05/complexity-processity/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 May 2010 17:08:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Szenarien]]></category>
		<category><![CDATA[Dekohärenz]]></category>
		<category><![CDATA[Geste]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturtechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

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		<description><![CDATA[Der letzte Artikel hier im Wavetank von Dr. J., &#8222;The Wave, Buzz, Facebook, and Everything&#8220;, mäkelt an den Vielzahl der Quellen, dem Rauschen in den Kanälen und der Redundanz der Informationen auf den Kanälen herum. Das J. dabei nicht schirrmachert weiß jeder, der auch nur kurz in die Ästhetische Gesellschaft hereingeblickt hat.
Wichtig ist, die notwendige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Der letzte Artikel hier im Wavetank von Dr. J., &#8222;<a title="The Wave, Buzz, Facebook, and Everything" href="http://wavetank.de/2010/05/the-wave-buzz-facebook-and-everything/">The Wave, Buzz, Facebook, and Everything</a>&#8220;, mäkelt an den Vielzahl der Quellen, dem Rauschen in den Kanälen und der Redundanz der Informationen auf den Kanälen herum. Das J. dabei nicht schirrmachert weiß jeder, der auch nur kurz in die <a title="Die Ästhetische Gesellschaft" href="http://vimeo.com/channels/aesthetic">Ästhetische Gesellschaft</a> hereingeblickt hat.</p>
<p>Wichtig ist, die notwendige Reflexionshöhe einzunehmen. Daher 3x ein ganz einfaches Ja:</p>
<ul>
<li>Ja, wir leben in einer Zeit des Wandels und müssen mit uns selbst wie mit unserer Umwelt geduldig sein</li>
<li>Ja, wir leben in einer beschleunigten Zeit und müssen uns daher gelegentlich anschnallen</li>
<li>Ja, wir leben in einer Zeit der Abstraktion und müssen das Lernen von den Fakten auf die Methoden verlagern</li>
</ul>
<p>Das Sehnen aus J.&#8217;s Artikel ist mehr als verständlich; und dem Motto dieses Blogs folgend, ist es als ein notwendiger Schmerz zur Beschleunigung aus dieser merkwürdigen Watte-Zeit heraus. Einer Zeit, in der die Gesellschaft selbst zerrissen scheint zwischen müder Restauration und gewagter Utopie; in der diese beiden aber zugleich merkwürdig abstrakt und unfassbar sind. Spürbar sind sie, aber was genau ist denn damit gemeint?</p>
<p>Das Vorstehende soll für dieses Mal eine rhetorische Frage bleiben; da ich hier auf einer anderen Ebene konkretisieren möchte:</p>
<p>Was könnte denn eine Kulturtechnik sein, mit deren Hilfe wir in das folgende Zeitalter schreiten können? Das Zeitalter voller neuer Technologien, die jede für sich grundsätzliche Fragen auf absoluter Höhe stellt (nur zur Erinnerung: <em>Nano-Assembling, Bio-Assembling, Gentechnik, (Nano-)<a title="Wavetank: Robotik - Präzision und Unsichtbarkeit" href="http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/">Robotik</a></em><em>, Computing und Informationstechnologie</em>).</p>
<p>In einem anderen Zeitalter hätte man vermutlich den Term der Werte gesucht; wenn die Welt jedoch digital wird und die oben erwähnten Technologien durchschlagen, könnte die Kulturtechnik des Wertekonsens zu kurz greifen.</p>
<p>Ein Ansatz, der gelegentlich schon durch die Ästhetische Gesellschaft waberte, scheint mir das Üben des richtigen Maßstabes zu sein; Dinge von ganz nah und gleichzeitig von ganz fern betrachten zu können. Ein schneller Tanz der Gedanken, der Inspiration und der Erfahrung: Skalierung in der Betrachtung und im Betrachteten. (siehe auch: <a title="Tim Bruysten: Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a>)</p>
<p>So wie wir heute ein Bauchgefühl für den richtigen Ton, das Duzen oder Siezen, für Smalltalk und Eskalation, für Tischmanieren, die Unschuldsvermutung und 1000 andere Gesten entwickelt haben um in der Gesellschaft der sozialen Marktwirtschaft miteinander leben zu können, so ist es notwendig, eine ebenso tiefe Geste zu etablieren, die den skizzierten Anforderungen gerecht wird.</p>
<p>Zu wissen, wann das Verstehen das Sehen von Atomen erfordert; wann es des übergeordneten Musters bedarf. Selbstverständlich ist dies nicht binär, sondern ein Übergang.</p>
<p>Guckt man nun hier mit der Metabrille; so muss eine Gesellschaft des &#8222;Flux&#8220;, die von den Vorteilen der technologischen Beschleunigung profitieren will, auf der Seite des Fortschritts die Komplexität umarmen. Muss eben jene Skalierungsübung immer wieder vollziehen, solange bis der Fokus scharf ist und sich dann, auf der Seite der Integration, beständig auf die Feinjustierung gesellschaftlicher Prozesse verständigen.</p>
<p>Das Lösen von der Ebene der Informationsatome ist dabei ebenso selbstverständlich wie auch überflüssig. Die Entitäten des Wissens werden allgegenwärtig zur Verfügung stehen. In einer wirklich digitalisierten Gesellschaft noch um Größenordnungen intensiver als heute. Verloren der, der sich nicht auf das Erkennen von Mustern versteht. (Update: Noch verlorener der, der bisher seine Wertschöpfung mit der Vermittlung von Fakten erwirtschaftete und nun die Ebene der Muster nicht versteht. Siehe auch: <a title="Tim Bruysten: Die Kybernese der Gesellschaft" href="http://blog.bruysten.com/2010/04/11/die-kybernese-der-gesellschaft/">Die Kybernese der Gesellschaft</a>)</p>
<p>Die Abstraktionsebene kennt natürlich das Mittel und den Phänotyp des Beispiels; was aber nichts vom Paradigma des Zugangs durch das Muster abziehen kann.</p>
<p>________________________</p>
<p>weitere Leseempfehlungen im Kontext:</p>
<ul>
<li><a title="Paul Strassmann on Information Management and Organizational Entropy" href="http://wavetank.de/2010/01/information-management-and-organizational-entropy/">Paul Strassmann on Information Management and Organizational Entropy</a></li>
<li><a title="Elena Esposito: Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation" href="http://wavetank.de/2010/01/355/">Elena Esposito: Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation</a></li>
<li><a title="Siggi Becker: Differenzen stückeln" href="http://wavetank.de/2010/02/differenzen-stuckeln/">Differenzen stückeln</a></li>
<li><a title="Bot-Mediated Reality" href="http://wavetank.de/2010/01/bot-mediated-reality/">Bot-Mediated Reality</a></li>
<li><a title="Siggi Becker: Collaboration und Konflikt" href="http://wavetank.de/2009/09/collaboration-und-konflikt/">Collaboration und Konflikt</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>The Wave, Buzz, Facebook, and Everything</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/05/the-wave-buzz-facebook-and-everything/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J. Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Google Wave]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede Lautäußerung wird im sozialen Netz so oft hin- und hergedengelt, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der erste Tweet eine Kette von Backbone-Servern in die Knie zwingt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Einer der Gründe, warum Wave etwas an Dampf verloren hat, ist sicher in den beiden zusammenlaufenden Über-Trends zu finden, alles miteinander zu vernetzen und alles zu integrieren. <a href="http://www.werbeblogger.de/2010/05/04/e-mail-filterstrategien-social-media-integration/">E-Mail</a> wird bald ein Bestandteil von Facebook, Twitter-Streams nerven als Hauptbestandteil von <a href="http://twitter.com/gyokusai/status/9539861132">Buzz</a>. Jede Lautäußerung wird im sozialen Netz so oft und lange zwischen den Kanälen hin- und hergedengelt, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der erste Tweet oder der erste Facebook-Kommentar in einer sich selbst replizierenden Endlosschleife mündet, die eine Kette von Backbone-Servern in die Knie zwingt. </p>
<p>Das kann es irgendwie nicht sein. Zur Zeit führt die absolute <a href="http://betweendrafts.com/2010/05/04/die-aesthetische-gesellschaft-session-seven-ein-wavetank-videocast/">digitale Kopierbarkeit und Replizierbarkeit</a> zunehmen auch dazu, daß uns ein und dieselbe Nachricht auf mehreren Kanälen erreicht. Das ist für die Nachricht — oder, anders gesagt, für die mit der Nachricht transportierten Meme — eine feine Sache. Aber auch für uns?</p>
<p>Dabei soll das Prinzip der „integrierten Inbox“ ja eigentlich genau das Gegenteil bewirken, daß uns nämlich nur noch die Nachricht interessiert, nicht mehr der Weg, auf dem sie zu uns gelangte. Was noch nötig ist, sind wieder Filter, oder vielmehr Bots, die für uns die Echos aussortierten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Session 7: Epiphifzen und digitale Schwerkraft</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 13:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[inequality]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Können die gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen des technologischen Fortschritts so hochfrequent sein, dass die Dauer einer Legislaturperiode nach unten korrigiert werden muss? Ist ein Mandat an die verfügbaren und kommunizierten Mittel des Mandatierungszeitpunktes gebunden?
Nachdem Siggi seiner Aufregung über Rorty Luft gemacht hat, kommen wir auf den obigen Trichter (siehe zu dem Trichter auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Können die gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen des technologischen Fortschritts so hochfrequent sein, dass die Dauer einer Legislaturperiode nach unten korrigiert werden muss? Ist ein Mandat an die verfügbaren und kommunizierten Mittel des Mandatierungszeitpunktes gebunden?</p>
<p>Nachdem <a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog">Siggi</a> seiner Aufregung über <a title="Richard Rorty" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Rorty">Rorty</a> Luft gemacht hat, kommen wir auf den obigen Trichter (siehe zu dem Trichter auch bei Siggi: &#8222;<a title="Maßstab Politik" href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2003/12/masstab-politik/">Maßstab</a>&#8220;) nach dem Durchkämmen des Thrashold ;-), den Facebook mit seinem globalen iLike-IT Button in die Welt kippt. Differenzierung und Resilienz kann dann nicht mehr durch das Verbindungherstellen an sich erreicht werden; der Druck, auch binnendifferenziert seine Qualitäten auf der Reihe zu haben, also die Hausaufgaben zu machen, steigt in der Folge.</p>
<p>Zu den Hausaufgaben 2010 gehört auch die Auseinandersetzung mit den faszinierenden Entwicklungen der Robotik, die ich mit einem eigenen Artikel bereits am Wochenende beglückte: <a title="Robotik: Präzision und Unsichtbarkeit" href="http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/">Präzision und Unsichtbarkeit</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11230410&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11230410&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Das Durchkämmen trägt uns noch ein kleines wenig weiter. <a title="Jay Martin" href="http://betweendrafts.com/">Jay</a> und <a title="Tim" href="http://bruysten.com">ich</a> entwickeln den Gedanken einer bremsenden Wirkung, die durch die zunehmende Digitalisierung der Welt verursacht werden könnte. Die Fluchtgeschwindigkeit vom Ist zu Utopia könnte in einer digitaleren Welt höher sein. Hier wirft dann auch Siggi noch mal völlig zurecht ein, dass &#8222;Digitalisierung&#8220; ein tendenziell eher unterschätztes Szenario ist. Rechercheanstöße mögen hier die Begriffe &#8222;<a title="Bekenstein Grenze" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenstein-Grenze">Bekenstein Grenze</a>&#8220; und &#8222;<a title="Computronium" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Computronium">Computronium</a>&#8220; sein.</p>
<p>Also, eine bunte Session, wieder mal jenseits der Stundengrenze. Aber noch leicht unterhalb der zeitlichen Ausdehnung der <a title="Session 6: Die Kunst des Sehens" href="http://wavetank.de/2010/04/session-6-die-kunst-des-sehens/">6. Session</a>.</p>
]]></content:encoded>
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<enclosure url="http://wavetank.de/downloads/Session.Seven.m4v" length="824541244" type="video/x-m4v" />
		</item>
		<item>
		<title>Präzision und Unsichtbarkeit</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 13:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Bots]]></category>
		<category><![CDATA[Ektropie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kybernetik]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon seit einigen Jahren verfolgen Siggi und ich die Entwicklungen in der Robotik mit großem Interesse. Auf der technischen Ebene sind wir staunende Laien; unser Beobachtungsschwerpunkt ist vielmehr die Exploration der Prototypen in die manifeste Welt. Wie werden die Phänotypen aussehen, die uns aus der Serienproduktion entschlüpft begrüßen werden? Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, künstlerischen, militärischen […] [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Schon seit einigen Jahren verfolgen <a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog">Siggi</a> und ich die Entwicklungen in der Robotik mit großem Interesse. Auf der technischen Ebene sind wir staunende Laien; unser Beobachtungsschwerpunkt ist vielmehr die Exploration der Prototypen in die manifeste Welt. Wie werden die Phänotypen aussehen, die uns aus der Serienproduktion entschlüpft begrüßen werden? Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, künstlerischen, militärischen […] Szenarien sind denkbar?</p>
<p>Im Kontext des Wavetank ist dies von besonderem Interesse: Robots haben schon jetzt einen gigantischen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Post-Industrie-Gesellschaften. Sie umgeben uns überall. Als Geldautomat, als Assistent für XYZ im Auto, als Waschmaschine oder als der Software-Hardware-Hybrid, mit dem dieser Text geschrieben und gelesen wird. Robots verändern den Arbeitsmarkt, die Anforderungen an das Lernen, das vom konkreten Detailwissen seinen Schwerpunkt zum abstrakten Mustererkennen und -projizieren verschiebt.</p>
<p><span id="more-495"></span></p>
<p>Robots sind, ob sie nun sichtbar oder unsichtbar agieren, als Software- und/oder Hardware, die Schnittstelle zur <a title="Wikipedia: Kybernetik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik">kybernetischen</a> Gesellschaft (siehe dazu auch: <a title="Die Kybernese der Gesellschaft" href="http://blog.bruysten.com/2010/04/11/die-kybernese-der-gesellschaft/">Die Kypernese der Gesellschaft</a> in meinem <a title="Tim Bruystens Weblog" href="http://bruysten.com/">Blog</a>). Sie helfen uns Reflexionzyklen zu optimieren und zu beschleunigen, sie helfen abstraktere Reflexionen vornehmen  zu können und sie könnten uns unterstützen, das optimale Gleichgewicht zwischen ewigem Gedächtnis und gezieltem Vergessen zu finden. Diesen Dienst können sie für uns als Individuen, wie auch als Unternehmen, Vereine, Parteien oder Gesellschaften leisten.</p>
<p>Nun ist mal wieder ein neues Video aufgetaucht, das unsere Phantasie anregt. Sicherlich ist es noch ein weiter Weg von einer Roboter-Hand bis zu einem humanoiden Freund. Aber die Hand kann ganz für sich allein zahlreiche Arbeitsplätze kosten, kann medizinische Eingriffe präziser machen und gefährliche Aufgaben ohne Gesundheitsrisiko für einen Menschen übernehmen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/-KxjVlaLBmk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/-KxjVlaLBmk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Die flächendeckende Einführung einer solchen Hand in der industriellen Fertigung, der Entsorgung, aber auch im Einzelhandel könnte durchaus im Sinne des Artikels &#8222;<a title="Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a>&#8220; einen Quantensprung darstellen.</p>
<p>Und es ist auch im Kontext Siggis Artikel &#8222;<a title="Siggi: Differenzen stückeln" href="http://wavetank.de/2010/02/differenzen-stuckeln/">Differenzen stückeln</a>&#8220; lesenswert, der dort Luhmann (1984) zitiert:</p>
<blockquote><p>&#8222;Eine Gesellschaft, die höhere Komplexität ausbildet, wird also Formen der Erzeugung und Tolerierung struktureller Unsicherheiten finden müssen. Sie wird sich ihre eigene Autopoiesis gewissermaßen jenseits ihrer Strukturen garantieren müssen…&#8220;</p></blockquote>
<p>Zum verwandten Themenkomplex der Software-Bots habe ich mich schon im Artikel &#8222;<a title="Bot mediated Reality" href="http://wavetank.de/2010/01/bot-mediated-reality/">Bot mediated Reality</a>&#8220; geäußert (der auf den sehenswerten Vortrag von Daniel Suarez verlinkt) und das Thema mit Siggi und <a title="Dr. J. Martin" href="http://betweendrafts.com/">J.</a> in der <a title="Die erste Session der ästhetischen Gesellschaft" href="http://wavetank.de/2010/01/die-asthetische-gesellschaft-session-one/">ersten Session der ästhetischen Gesellschaft</a> vertieft.</p>
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		<title>Session 6: Die Kunst des Sehens</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 21:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siggi Becker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Tim und Jay haben mir aus Zeitmangel den Text zur 6. Session aufgebrummt. Wie es das philosophische Hamsterrad so mit sich bringt, ergab sich gerade vorhin eine treffliche, thematische Synchronizität: die morgige Ausgabe des Nachtstudios auf ZDF, insbesondere ab Minute 45 in den Äusserungen von Prof. Kruse.

Während ich in unserem Gespräch mal wieder Finetti mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Tim und Jay haben mir aus Zeitmangel den Text zur 6. Session aufgebrummt. Wie es das philosophische Hamsterrad so mit sich bringt, ergab sich gerade vorhin eine treffliche, thematische Synchronizität: die morgige Ausgabe des <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1004980/nachtstudio-vom-11.-April-2010#/beitrag/video/1004980/nachtstudio-vom-11.-April-2010">Nachtstudios auf ZDF</a>, insbesondere ab Minute 45 in den Äusserungen von Prof. Kruse.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10749831&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=10749831&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Während ich in unserem Gespräch mal wieder <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2004/10/geistestraining-beschleunigung-sehen-zukunft/">Finetti mit Dem Sehen in der Mathematik</a> in die Runde warf, um den &#8211; wie Kruse meint nachträglich als intuitiv gelabelten &#8211; Moment des Erkennens des Neuen zu verorten, weist Kruse auf den durch Unmengen an konsumierter Information herbeigeführten Umschlag in ein Muster hin. An dieser Hürde sind also Schirrmacher und alle Opfer unseres Schulsystems, das vom Detail zum Ganzen drillt zerschellt. <img src='http://wavetank.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  No Frust, no Muster.</p>
<p>Wer &#8211; um mal wieder mit Teilhard de Chardin zu sprechen &#8211; &#8222;wirklich klar sehen will&#8220; muss &#8222;das tiefe Wollen&#8220; an den Puzzletisch mitbringen. Anderfalls enden wir im Nölen übers Detail oder bei ACTA.</p>
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