<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wavetank &#187; Konflikt</title>
	<atom:link href="http://wavetank.de/category/konflikt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://wavetank.de</link>
	<description>everything collaboration</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Oct 2011 16:59:40 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Delta in Progress</title>
		<link>http://wavetank.de/2011/01/delta-in-progress/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2011/01/delta-in-progress/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2011 18:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siggi Becker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[A²]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Luhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tipler]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=705</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt da den Satz von Herrn L. das &#8222;die Gesellschaft keine Adresse&#8220; hätte. Wie, wenn sie sich in infinitesimalen Schritten eine Adresse schafft? Und welche Folgen hätte das? Welche Dynamiken entfaltet das jeweilige Delta? Als Endziel, das von unserem Standpunkt aus sichtbar wäre, würde dann die vollkommene Relationierung aller relationierbaren Datentupel (Tipler anybody?) gelten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Es gibt da den Satz von Herrn L. das &#8222;die Gesellschaft keine Adresse&#8220; hätte. Wie, wenn sie sich in infinitesimalen Schritten eine Adresse schafft? Und welche Folgen hätte das? Welche Dynamiken entfaltet das jeweilige Delta? Als Endziel, das von unserem Standpunkt aus sichtbar wäre, würde dann <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2004/08/suchmaschine-im-jahr-2020/">die vollkommene Relationierung aller relationierbaren Datentupel </a>(Tipler anybody?) gelten. Eben in diesem Moment der Geschichte auf Terra sind die erfolgreichsten Geschäftsmodelle Relationierungen von Datentupeln und die Relationierung von Materietupeln unterliegt einem vorhersehbaren Grenznutzen.<br />
<center><img src="http://www.siggibecker.de/rel-o.jpg"></center></p>
<p>Jede Gesellschaft hat ihre Gesellschaft, allerdings als utopisches Endziel. Die Adressierbarkeit ist also die Utopie. Unsere heutige Utopie wäre dann im Computronium erreicht und alle Bemühungen den Heizer auf der E-Lok zu installieren, äh, die <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2010/11/digitalisierung/">Digitalisierung </a>und ihr Relationierungspotential ungleichzeitig einsetzen zu lassen, zu verhindern oder zu bremsen ein je interessanter Versuch Dystopien zu gebären. Jeder Arbitragegewinnler in Anzug ohne Schlips wird freundlich grüssen. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2011/01/delta-in-progress/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sasaki Kojirō</title>
		<link>http://wavetank.de/2011/01/sasaki-kojiro/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2011/01/sasaki-kojiro/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 22:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siggi Becker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konflikt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=697</guid>
		<description><![CDATA[Im Gespräch mit der einzigen mir leiblich bekannten fast-Soziologin und längstjährigen Schwertkämpferin wurde ich auf eine beklemmende Homologie hingewiesen, die recht betrachtet den Aufschein des Niedergangs einer der beteiligten Parteien recht lehrreich in ihrem Herzen trägt. Auch wenn die hohen Herren ihren Seminar-Sun Tzu oder Musashi auf den Nachttischchen der Leistungsträgerschlafzimmer liegen haben sollten, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Im Gespräch mit der einzigen mir leiblich bekannten fast-Soziologin und längstjährigen Schwertkämpferin wurde ich auf eine beklemmende Homologie hingewiesen, die recht betrachtet den Aufschein des Niedergangs einer der beteiligten Parteien recht lehrreich in ihrem Herzen trägt. Auch wenn die hohen Herren ihren Seminar-Sun Tzu oder Musashi auf den Nachttischchen der Leistungsträgerschlafzimmer liegen haben sollten, so ist ihnen scheinbar die unterbewusste Botschaft des Wegwerfens der Schwertscheide entgangen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sasaki_Kojir%C5%8D">&#8222;Du hast schon verloren! Oder würde der Sieger seine Schwertscheide wegwerfen?&#8220;</a></p>
<p>Wenn Macht auf der Kontrolle des Ausnahmefalles beruht, der nach möglichster Keit nie eintreffen darf, dann kommt die Anrufung höherer Mächte (Recht = Kriminalisierung des Widerparts) einem Wegwerfen der Schwertscheide gleich. Nur ein tief sitzendes Unvertrauen in die eigenen, schöpferischen Fähigkeiten lässt ein solches Handeln verständlich erscheinen. </p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Als Begleitmusik empfohlen: Haydn, HobI 55, 1. Allegro di molto. Harr harr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2011/01/sasaki-kojiro/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rechte und Rollen</title>
		<link>http://wavetank.de/2011/01/rechte-und-rollen/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2011/01/rechte-und-rollen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 19:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Szenarien]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Stross]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Suarez]]></category>
		<category><![CDATA[Elena Esposito]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Postmoderne]]></category>
		<category><![CDATA[symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Systeme]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=689</guid>
		<description><![CDATA[In den Diskursen und Diskussionen der letzten Tage (siehe: Mario zum Leistungsschutzrecht, der Austausch dazu bei Dr. J. auf Facebook, mein Artikel vom 30.12.2010, die Antwort darauf vom schon verlinken Dr. J., sowie diverse Artikel bei Klaus Kusanowsky) ging es unterschwellig auch immer um eine Schuld- oder zumindest Verursacherzuweisung. Pöbeln die Einen in die Richtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>In den Diskursen und Diskussionen der letzten Tage (siehe: <a title="Leistungsschutzrecht" href="http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/">Mario zum Leistungsschutzrecht</a>, der <a title="Diskurs zum Leistungsschutzrecht in den Kommentare von Dr. J. Martin auf Facebook" href="http://www.facebook.com/betweendrafts/posts/129236590472994">Austausch dazu bei Dr. J. auf Facebook</a>, mein <a title="Tim Bruysten im Wavetank: Diskurskratie vs. Utopiekratie" href="http://wavetank.de/2010/12/diskurskratie_vs_utopiekratie/">Artikel vom 30.12.2010</a>, die <a title="Dr. J. Martin auf Wavetank: Vom Tun und Lassen" href="http://wavetank.de/2010/12/vom-tun-und-lassen/">Antwort darauf vom schon verlinken Dr. J.</a>, sowie <a href="http://differentia.wordpress.com/2010/12/30/das-leistungsschutzrecht-abschied-von-der-schopferischen-zerstorung/">diverse</a> <a href="http://differentia.wordpress.com/2011/01/01/das-leistungsschutzrecht-ein-apotropaischer-abwehrzauber/">Artikel</a> bei Klaus Kusanowsky) ging es unterschwellig auch immer um eine Schuld- oder zumindest Verursacherzuweisung. Pöbeln die Einen in die Richtung der &#8222;historisch-institutionaliserten Medien&#8220; und deren Vertreter <img src='http://wavetank.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> , versuchen Andere das Kapital und seine systemische Wirkung zu entlarven. Und sicher ist alles davon ein bißchen richtig.</p>
<p>Die Frage ist nur: Bringt uns das weiter?</p>
<p><span id="more-689"></span></p>
<p>In einer historischen Reflexion mag es sicher spannend, richtig und wichtig sein, den Sumpf zu beschreiben, in dem wir in dieser Übergangszeit festsaßen. Den Moder und Gestank zu analysieren und unsere Orientierungslosigkeit den Dämpfen zuzuschreiben, die uns Sicht und Verstand vernebelten.</p>
<p>Jeder kann seinen persönlichen Feind ausmachen. Und der Zorn ist vielerorts leicht nachzuvollziehen. Ja, Verleger und Zeitungsmacher klammern sich offensichtlich an überkommene Kommunikationsmodelle, wundern sich (lustigerweise), warum Publikationsstrategien in einer Diskursgesellschaft belächelt werden, warum Dokumentationen ihren Wert verlieren, wenn die Gesellschaft in Performaten erlebt und lebt.</p>
<p>Und gerade der hier stattfindende Diskurs zwischen <a title="Mario Sixtus" href="http://sixtus.net">Mario</a>, <a title="Differentia: Klaus Kusanowsky" href="http://differentia.wordpress.com/">Klaus</a>, <a title="Dr. J. Martin | betweendrafts" href="http://betweendrafts.com">Dr. J.</a>, <a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog/">Siggi</a>, zahlreichen weiteren und <a title="Tim Bruysten" href="http://bruysten.com">mir</a>, der in einem virtuellen Konstrukt zwischen den Plattformen, asynchron und asymetrisch hin- und hergeht, zeigt die <em>potentielle</em> Überlegenheit der Diskursmedien gegenüber den Massenmedien des 20. Jhds. Allerdings nur dann, wenn man von einem neuen Wertekanon ausgeht.</p>
<p>Das Gleiche gilt auch, wenn man die Rolle des Kapitals und dessen Verantwortung beleuchtet. Fast egal schon, ob man den Begriff systemisch, philosophisch oder politisch versteht. (siehe dazu auch meinen <a href="http://differentia.wordpress.com/2011/01/01/das-leistungsschutzrecht-ein-apotropaischer-abwehrzauber/#comment-778">Kommentar</a> bei Klaus)</p>
<p>Aber die Frage bleibt: Wozu soll das dienen, ausser zu nachgelagerten Erklärungsprozessen?</p>
<p>Die Utopien von <a title="Wikipedia: Charles Stross" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Stross">Charles Stross</a> sind mehr als konsistent und mehr als schlüssig: Wer eben die Macht der hier schon so oft erwähnten Einzeltechnologien in Nano, Robotik, Synth.-Bio, Nano-Assembler, Computing, Gentechnik usw. usf. erahnt und diese kreuzt, ihre gegenseitigen Verstärkungspotentiale erkennt, kann nicht an den Wertemodellen der Gegenwart festhalten. Ein Armutszeugnis für unsere politische Klasse (wer schreibt bitte den nächsten offenen Brief?).</p>
<p>Denn wenn wir nicht von der nahen und mittleren Zukunft total überrollt werden wollen, wenn wir uns ihr nicht selbstverschuldet ahnungslos ausliefern möchten, müssen wir heute damit beginnen, ein Wertemodell zu designen, welches nicht auf einem Zustand, sondern auf einem Prozess basiert. Der Übergang zwischen der Postmoderne und dem folgenden Zeitalter ist vielleicht auch gerade deshalb so schwer auszumachen (siehe dazu auch den schon oben verlinkten Artikel von Dr. J. &#8222;<a title="Vom Tun und Lassen" href="http://wavetank.de/2010/12/vom-tun-und-lassen/">Vom Tun und Lassen</a>&#8220;), weil das folgende Zeitalter sich nicht durch eine innere Statik auszeichnet. Sondern Regeln durch Prozesse ersetzt. Veränderung durch exponentielle Beschleunigung.</p>
<p>Daniel Suarez hat in seinem <a title="Daniel Suarez: Bot mediated Reality" href="http://wavetank.de/2010/01/bot-mediated-reality/">Vortrag</a> und seinem <a title="Amazon: Daniel Suarez - Deamon" href="http://www.amazon.de/dp/3499252457">Roman</a> gezeigt (siehe auch: <a title="Wavetank: Präzistion und Unsichtbarkeit" href="http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/">Präzision und Unsichtbarkeit</a>), das es kaum noch der Science Fiction bedarf, um unsere Welt mit den &#8222;real existierenden Medien und Technologien&#8220; komplett auf den Kopf zu stellen. Bedingung: Seine eigenen Gedanken von der Ökologie der Moderne und Postmoderne abstrahieren können.</p>
<p>Wie weit ist es von Suarez zu Stross?</p>
<p>Das ist eine wesentlich relevantere Frage als die x. Wiederholung der Schuldfrage. Nicht das Warum, das Wozu ist entscheidend. Siggis <a title="Tweet: Die Theorien unserer Zeit: auf ein geologisches Gutachten während eines Erdbebens warten..." href="http://twitter.com/#!/siggibecker/status/16557769911">Tweet</a> kann an dieser Stelle nicht oft genug verlinkt werden.</p>
<p>Also, der wirklich relevante offene Brief beginnt nicht mit den Worten &#8222;Liebe Verleger…&#8220;. Das ist nur ein (berechtigter) Würgereiz. Er richtet sich an das System von morgen. Die vernetzte Gesellschaft. Die Gesellschaft, die die Beschleunigung lebt und ausgestaltet. Und die Gesellschaft nach der Beschleunigung. Die Ästhetische Gesellschaft.</p>
<p>siehe auch:</p>
<ul>
<li><a title="Luhmann und der Anschluss zu X" href="http://wavetank.de/2010/11/luhmann-und-der-anschlus-zu-x/">Luhmann und der Anschluss zu X</a></li>
<li><a title="Fragen an die offene Gesellschaft" href="http://wavetank.de/2010/11/fragen-an-die-offene-gesellschaft/">Fragen an die offene Gesellschaft</a></li>
<li><a title="Digital Everything" href="http://wavetank.de/2010/05/digital-everything/">Digital Everything</a></li>
<li><a title="Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a></li>
<li><a title="Elena Esposito: Die Transparenz der Technik in der digitalen Kommunikation" href="http://wavetank.de/2010/01/355/">Die Transparenz der Technik in der digitalen Kommunikation</a></li>
<li><a title="http://wavetank.de/2010/01/information-management-and-organizational-entropy/" href="http://wavetank.de/2010/01/information-management-and-organizational-entropy/">Paul Strassmann on Information Management and Organizational Entropy</a></li>
<li><a title="Die Dekohärenz sozialer Systeme" href="http://wavetank.de/2009/08/die-dekoharenz-sozialer-systeme/">Die Dekohärenz sozialer Systeme</a></li>
</ul>
<p>und in der Ästhetischen Gesellschaft:</p>
<ul>
<li><a title="Epiphifzen und digitale Schwerkraft" href="http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/">Epiphifzen und digitale Schwerkraft</a></li>
<li><a title="Beschleunigung durch Metaphern und Geld?" href="http://wavetank.de/2010/04/session-5-beschleunigung-durch-metaphern-und-geld/">Beschleunigung durch Metaphern und Geld?</a></li>
<li><a title="Die Gesellschaft als offenes Kunstwerk?" href="http://wavetank.de/2010/02/die-gesellschaft-als-offenes-kunstwerk/">Die Gesellschaft als offenes Kunstwerk?</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2011/01/rechte-und-rollen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vom Tun und Lassen</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/12/vom-tun-und-lassen/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/12/vom-tun-und-lassen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 18:39:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J. Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=655</guid>
		<description><![CDATA[Zunächst die Quellen. Hier der offene Brief an die Verleger von Mario Sixtus auf Carta zum Leistungsschutzrecht oder, wie ich es aus einer ganzen Reihe von Gründen nenne, Reichsleistungsschutzgesetz (den von Mario erwähnten Begriff „Leistungsschutzgeld“ finde ich aber auch sehr schön). Dazu gab es eine Reihe substantieller Kommentare, unter anderem von Tim und von Klaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Zunächst die Quellen. Hier der <a href="http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/">offene Brief an die Verleger von Mario Sixtus auf Carta</a> zum Leistungsschutzrecht oder, wie ich es aus einer ganzen Reihe von Gründen nenne, <a href="http://betweendrafts.com/tag/buettenbytes/">Reichsleistungsschutzgesetz</a> (den von Mario erwähnten Begriff „Leistungsschutzgeld“ finde ich aber auch sehr schön). Dazu gab es eine Reihe substantieller Kommentare, unter anderem von <a href="http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/#comment-22462">Tim</a> und von <a href="http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/#comment-22426">Klaus Kusanowsky</a>. Nachdem ich diesen offenen Brief auf Facebook postete, <a href="http://www.facebook.com/betweendrafts/posts/129236590472994">entwickelte sich dort ein Diskurs</a>, den ich trotz seines etwas holprigen Auslaufens unbedingt zu lesen empfehle (in diesem umzäunten Garten sind leider ein FB-Account und womöglich auch ein <a href="http://www.facebook.com/betweendrafts">Friend Request</a> vonnöten). Reflektierend auf diesen Diskurs wiederum sind Tims gestriger Wavetank-Artikel <a href="http://wavetank.de/2010/12/diskurskratie_vs_utopiekratie/">Diskurskratie vs. Utopiekratie</a> zu erwähnen sowie Siggis <a href="http://twitter.com/siggibecker/status/16557769911">Tweet zum Thema</a>, den er wegen der schwierigen Wetterverhältnisse schon vergangenen Juni losschickte, so daß er uns nun rechtzeitig erreicht.</p>
<p>Tims Gedanken zum “Framing” teile ich zwar generell, muß aber zugeben, daß ich bei den verlinkten Ausführungen von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Kt0VJoyNaB8">Franz Joseph Radermacher</a> nur deswegen nicht in Tiefschlaf verfiel, weil seine Rhetorik eine ähnliche Wirkung auf mich hat wie die von <a href="http://betweendrafts.com/2009/01/18/why-maggie-can-do-what-cole-cannot/">Juan Cole</a>. Gerade dieses “Framing” hat die Postmoderne — Kunst, Literatur, Philosophie — so gründlich analysiert und durchdekliniert, daß ich es erschreckend finde, wie wenige Promille davon selbst in so intellektuelle Köpfe wie den von Radermacher Einlaß fanden. Ich denke, die Postmoderne ist eben noch nicht vorbei — nicht nur, weil mir die diffusen Signale am gesellschaftlichen Horizont nicht reichen, um das Gefühl einer „neuen Epoche“ aufkommen zu lassen, sondern auch, weil die Diskurse der Postmoderne noch gar nicht in unsere Wissensstände sedimentiert sind. Die Motoren unserer gesellschaftlichen Analyseapparate laufen noch auf modernistischem Dampf, während feuerwerkfreudige Ideologien rund um den Globus darum wetteifern, wer unsere Gesellschaften im 21. Jahrhundert mit den archaischsten und atavistischsten Teilen umrüsten darf, von der starren Achse bis zur Ochsenkraft.</p>
<p><span id="more-655"></span></p>
<p>Dabei wäre eine radikal neue zeitgeistige Epoche dringend notwendig — denn ohne diese, d. h. ohne einen radikal neuen “Frame”, führen wir um Reichsleistungsschutzgesetz und Netzneutralität, Copyright- und Patentsysteme oder den Zustand von „Geld“- und Erziehungssystemen keine Schlachten, sondern lediglich Scharmützel, Rückzugsgefechte und Grabenkriege. Aber heißt das dann, wir sollen gar nichts tun?</p>
<p>Im Alter von sieben Jahren stand bei mir fest, daß ich Astronaut werden wollte. (Als ich zwei Jahre später meine ersten Zahnfüllungen bekam, skalierte ich zähneknirschend auf Astrophysiker zurück; warum ich das dann auch nicht wurde, ist eine andere Geschichte.) Also grub ich mich in Bibliotheken ein und memorierte das komplette Raumfahrtprogramm bis zu seinen Anfängen, einschließlich der Zusammensetzungen aller bis dahin verwendeten Raketentreibstoffe. Zu den Dingen, die mich besonders faszinierten, gehörte der NASA-Leitsatz <a href="http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,828350,00.html">“If you don’t know what to do, don’t do anything”</a> — ein Leitsatz, dessen konzeptionelle Reinheit ich bis heute bewundere. Aber heißt das, wir sollen während der Beben um uns herum wirklich <a href="http://twitter.com/siggibecker/status/16557769911">auf geographische Gutachten warten</a>?</p>
<p>Im Verlaufe unseres <a href="http://www.facebook.com/betweendrafts/posts/129236590472994">Facebook-Diskurses</a> schrieb ich an einer Stelle: </p>
<blockquote><p>Kommt drauf an, was mit „hilft“ gemeint ist … Wenn der Busfahrer aufs Gas tritt und auf etwas zurast, das nicht gesund sein kann (Hauswände, Abgründe, Fußgänger), werde ich auch dann versuchen, ihn daran zu hindern, wenn ich nur vage weiß, wo wir sind, und keine Ahnung habe, wo es lang geht.</p></blockquote>
<p>Oder, in Bezug auf das Erdbeben: Sinnvoll ist es, wenn Menschen vor, während und nach den Beben geologische Gutachten erstellen. Sinnvoll ist es aber auch, daß andere Menschen im Rahmen dessen handeln, was bereits bekannt ist oder vermutet werden kann. </p>
<p>Warum kann hier nun nicht das gleiche gelten wie bei der NASA, selbst wenn angenommen werden <em>könnte</em>, daß wahrhaft sinnvolle Ergebnisse erst dann erzielt werden, wenn alle wirklich genau wissen was sie tun? Weil der NASA-Leitsatz nur dann funktioniert, <em>wenn ausnahmslos alle nichts tun</em>, solange sie nicht genau wissen, was zu tun ist. In einer Raumkapsel mit drei (damals) Kerlen (damals) mit militärischem Hintergrund (damals) ist das sicherlich noch hinzukriegen. Aber in einer Landschaft zusammenbrechender Geschäftsmodelle, in der nackte Gier und blinde Panik darum wetteifern, das offene Ende der Richter-Skala auszutesten? </p>
<p>Irgendjemand tut immer etwas, und im Moment hauptsächlich die Falschen. Die haben nämlich alle überhaupt keine Probleme, mit modernistischem (oder feudalistischem oder theokratischem) Gedankengut alles mögliche zu unternehmen, ohne zu wissen was sie tun. Während wir versuchen, Theorien, Modelle und Visionen zu entwerfen. Das drängt uns notgedrungen in die Defensive — gegen Verleger &#038; Co., ACTA &#038; Co., Ideologien &#038; Co. — und zu bestimmten Verteidigungshandlungen, die uns vielleicht nicht sonderlich zeitgemäß erscheinen.</p>
<p>Was aber nicht heißt, daß wir uns dieser Defensive in der Abwesenheit konkreter post-postmoderner Modelle nicht widmen sollten, sondern ganz im Gegenteil. Denn wenn zumindest der Teil von uns, der nicht vorrangig mit Gutachten beschäftigt ist, genau das nicht tut, brauchen wir uns über neue Modelle bald keine Gedanken mehr zu machen. Und darum unterstütze ich auch, so naiv das klingen mag, <a href="http://www.betterplace.org/projects/5443-offener-brief-leistungsschutzrecht/">Martin Oettings Initiative auf <em>betterplace.org</em></a>, Marios offenen Brief überregional auf toten Bäumen zu veröffentlichen — ein Ort, wo Blogger nach wie vor regelmäßig von Sonntagskolumnentrollen wie Richard Wagner als <a href="http://betweendrafts.com/2008/11/10/der-sonntagskolumnentroll-eine-fabel-nach-alten-quellen-neu-erzaehlt-von-j-martin/">Blockwarte mit Lust an Denunziation und Diebstahl</a> beschimpft werden und Öffentlichkeit geschaffen wird mit den <a href="http://www.librarything.com/work/9221940/book/57084682">plumpen Taschenspielertricks</a> eines medienüberforderten Mitherausgebers (siehe dazu auch unsere <a href="http://betweendrafts.com/2010/05/04/die-aesthetische-gesellschaft-session-seven-ein-wavetank-videocast/">Session 7 der Ästhetischen Gesellschaft</a>).</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes neues Jahrzehnt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/12/vom-tun-und-lassen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Session X: Kein Anschluss unter diesem Medium</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/11/session-x-kein-anschluss-unter-diesem-medium/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/11/session-x-kein-anschluss-unter-diesem-medium/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 16:23:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Szenarien]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Castor]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstrationen]]></category>
		<category><![CDATA[Luhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Systeme]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=621</guid>
		<description><![CDATA[
Sollte sich nicht eine andere Lebenskultur entwickeln, wenn der Alltag gegen die Thesen und Theorien von Luhmann und seinen Freunden reflektiert wird? Unsere These ist, dass dies passiert. Nur mit systemischer Niedertracht: Nicht über den Bildungsweg. Nicht über die Curricula der Schulen und Universitäten. Sie tun es einfach. &#8222;Es&#8220; manifestiert sich in den Ritualen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/16695820?portrait=0" width="400" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Sollte sich nicht eine andere Lebenskultur entwickeln, wenn der Alltag gegen die Thesen und Theorien von Luhmann und seinen Freunden reflektiert wird? Unsere These ist, dass dies passiert. Nur mit systemischer Niedertracht: Nicht über den Bildungsweg. Nicht über die Curricula der Schulen und Universitäten. Sie tun es einfach. &#8222;Es&#8220; manifestiert sich in den Ritualen und Gesten, in den kommunikativen Prozessen rund um Mittel, Orte und Phänomene (nicht Medien), wie Facebook und Twitter. &#8220;Es&#8220; manifestieren sich in der Kommunikationskultur des Jahres 2010, welche schon zum Jahre 1980 nicht mehr rückwärtskompatibel ist. Es manifestiert sich in der globalen Timeline.</p>
<p>So gibt es einen Bruch in der Gesellschaft zwischen Jenen, die sich noch selbst in den Regeln der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts zu Hause fühlen. Dass sind jene, die <a title="Zeit.de: Alter Streit, neue Dynamik" href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-11/castor-gorleben-endlager">Demonstrationen</a> abhalten (siehe dazu Session 9: &#8222;<a title="Session 9 der ästhetischen Gesellschaft" href="http://wavetank.de/2010/10/erganzung-zum-9-geplauder/">Gegen Komplexität kann man nicht protestieren</a>&#8220;). Auch die <a title="Handelsblatt.com" href="http://www.handelsblatt.com/">Schreibtisch-Demonstranten</a> dieser Woche (<a title="Julius 01: Der Handelsblatt-Rant: Die fehlende Innovationskultur der Verlage, gefährdet die Kultur im Web" href="http://julius01.de/der-handelsblatt-rant-die-fehlende-innovation">Hintergründe bei Julius</a>) gehören in die Kategorie derer, die gern gegen Effekte von Systemen protestieren möchten.</p>
<p>Der Bundespräsident trug heute, zur Session-Aufzeichnung von gestern ebenfalls bei. Der WDR <a title="WDR: Wulff will verstärkt mit Bürgern im Internet reden" href="http://www.wdr.de/radio/home/nachrichten/chronol.phtml?datum=2010-11-9&amp;monat=11&amp;jahr=2010&amp;tag=9">berichtete</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Bundespräsident Wulff will in seiner Amtszeit verstärkt neue Medien wie das Internet nutzen, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten.<br style="padding: 0px; margin: 0px;" /><br style="padding: 0px; margin: 0px;" />Wulff sagte bei einer Diskussion mit Informatikstudenten in Potsdam, mit modernen Kommunikationsmitteln ließen sich der gegenseitige Austausch und die Zukunft der Demokratie möglicherweise ein wenig voranbringen. Der Bundespräsident beklagte, dass sich die Bürger von den traditionellen demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten immer mehr abwendeten und am klassischen Meinungsbildungsprozess so nicht mehr teilnehmen wollten. Dies und die wachsende Kritik an den Politikern gefährde die Demokratie ernsthafter als dies im öffentlichen Raum diskutiert werde.&#8220;</p></blockquote>
<p>Drei einfache Beispiele, die die These erlauben, dass ein Teil der Gesellschaft sich auf systemischer Ebene abgekoppelt hat. Eine Randgruppe, zu der der Bundespräsident und altmodische Verlage gehören? Vielleicht. Jedenfalls ein starkes Indiz dafür, wie sozial Technologie ist.</p>
<p>Diese Schlachtfelder und ihre Überflüssigkeit offenbaren jedoch, wie sehr uns wirkliche Utopien fehlen.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://wavetank.de/2010/11/fragen-an-die-offene-gesellschaft/" title="Fragen an die offene Gesellschaft">Fragen an die offene Gesellschaft</a></li>
<li><a href="http://wavetank.de/2010/02/die-gesellschaft-als-offenes-kunstwerk/" title="Session 4: Die Gesellschaft als offenes Kunstwerk">Die Gesellschaft als offenes Kunstwerk?</a></li>
<li><a href="http://wavetank.de/2010/06/session-8-der-mensch-im-netzwerk/" title="Der Mensch im Netzwerk">Session 8: Der Mensch im Netzwerk</a></li>
<li><a href="http://wavetank.de/2010/06/pr-netzwerken-und-propaganda/" title="PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds ">PR, Netzwerken und Propaganda unter den Bedingungen des 21. Jhds</a></li>
<li><a href="http://wavetank.de/2010/03/distanzmessungen-oder-der-fall-der-medien/" title="Distanzmessungen oder der Fall der Medien ">Distanzmessungen oder der Fall der Medien</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/11/session-x-kein-anschluss-unter-diesem-medium/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Survival Value</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/06/survival-value/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/06/survival-value/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 13:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>J. Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konflikt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=548</guid>
		<description><![CDATA[Zu den Fragen, die mich an der Digitalisierung der Gesellschaft interessieren, gehört auch die Vergrößerung oder Verringerung der Überlebenschancen kultureller Artefakte, eine Frage, die zu interessanten Konsequenzen führt. Wir können zum Beispiel davon ausgehen, daß unsere Literatur und unsere Musik und unsere Filme in absehbarer Zeit nicht mehr in einer physischen Form vorhanden sein werden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Zu den Fragen, die mich an der Digitalisierung der Gesellschaft interessieren, gehört auch die Vergrößerung oder Verringerung der Überlebenschancen kultureller Artefakte, eine Frage, die zu interessanten Konsequenzen führt. Wir können zum Beispiel davon ausgehen, daß unsere Literatur und unsere Musik und unsere Filme in absehbarer Zeit nicht mehr in einer physischen Form vorhanden sein werden, die wir im Laden kaufen oder ins Regal stellen können. Mein Bücherregal habe ich nur, weil ich etwa zwölf Jahre bräuchte, um meinen Buchbestand zu digitalisieren. Meine CDs sind alle im Keller, wo sie hingehören. Mein eigener produktiver Output ist fast ausschließlich digital. </p>
<p>Historisch gesehen hing das Survival Value kultureller Artefakte von den beiden Parametern Kopieraufwand und Robustheit des Mediums ab. Beschriebene Steintafeln waren sicher robust, aber extrem aufwendig zu kopieren. Schriftrollen zu kopieren war vergleichsweise erheblich unaufwendiger, aber Pergament oder Papyrus ungleich weniger robust. In beiden Bereichen sind wir weit gekommen. Wie sieht es mit diesen beiden Parametern in der digitalisierten Gesellschaft aus?</p>
<p><span id="more-548"></span></p>
<p>Zunächst die Robustheit. Erhöht Digitalisierung die Überlebenschance unserer kulturellen Artefakte in einer Welt, in der neue Artefakte auch zunehmend direkt und ohne physische Umwege oder Trägermedien jenseits reiner Speichermedien digital kreiert und digital gespeichert werden? Zum Beispiel im Falle eines Atomkriegs, in dem Rechenzentren sicherlich als vordringliche Ziele gelten dürften? </p>
<p>Um <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/J._Hillis_Miller">J. Hillis Miller</a> zu zitieren:</p>
<blockquote><p>On the one hand, cyberspace may easily be thought of as a postapocalyptic survival. It is as though when we enter cyberspace we are living virtually beyond the end of the world. We are using what would survive if all the books, manuscripts, and other material archives were destroyed in a nuclear holocaust. [T]he Internet is like the survivor of a nuclear war that has not yet occurred. (<em>Black Holes</em>, 15)</p></blockquote>
<p>Das würde natürlich voraussetzen, daß wir wirklich so schlau sind, wie wir glauben, und daß — wie Miller einschränkend hinzufügt — Cyberspace nicht durch EMPs oder andere Effekte von Nuklearwaffen „ausradiert“ werden kann. In diesem Fall wäre, neben der Zerstörung unserer Zivilisation, die restlose und irreversible Zerstörung des Archivs denkbar, “[and the] total destruction of the basis of literature and criticism once invoked by Derrida may be a danger we still face after all” (115).</p>
<p>Wie sicher, wie robust ist dieser Ort für unser kollektives Gedächtnis, unsere kollektive Kultur, unser “digital mind”?</p>
<p>Der zweite Punkt ist die Kopierbarkeit — modern gesprochen „Redundanz“. Digitalisierung hat den Weg geöffnet für die unaufwendigste und vorlagengetreueste Kopierbarkeit aller Zeiten. Aber diese Sicherheit durch Kopierbarkeit ist trügerisch. So lange sie sich in meiner Wohnung befinden, sind meine Manuskripte auf digitalen Medien und Backup-Medien keinen Deut sicherer als in meiner Schublade (wenn ich so etwas hätte). Die Sicherheit steigt, wenn ich mindestens ein Backup-Medium woanders lagere, wenn möglich gleich in einer anderen Stadt. Aber dann steigt wieder der Aufwand und die Robustheit sinkt. Maximale Robustheit des Mediums (durch Redundanz) und maximale Unaufwendigkeit des Kopiervorgangs (durch Automatisierung) habe ich genau dann, wenn ich meine Manuskripte in die Cloud hochlade oder dort am besten überhaupt erst kreiere.</p>
<p>Ein Modell, das viel mehr als nur ein Backup ist, völlig unabhängig davon, auf welche Art oder Arten diese Cloud sich zukünftig weiter realisieren wird. Es ist das Überlebensmodell für unsere kulturellen Artefakte in der digitalisierten Gesellschaft. Ein Modell, das zwei Problemfelder eröffnet: Datenschutz/Privacy auf der einen Seite, Content/Verwertungsrechte auf der anderen Seite. Die Angst von Menschen, daß sie zum gläsernen Menschen werden, auf der einen Seite. Die Geiselnahme unserer kulturellen Artefakte in zentralisierten, proprietären und unkopierbaren Quarantäne-Containern zur Aufrechterhaltung obsoleter Geschäftsmodelle auf der anderen Seite. Eine Geiselnahme, überdies, die uns <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2010/apr/16/digital-economy-act-cory-doctorow">viel gläserner machen wird</a>, als wir jetzt noch für möglich halten.</p>
<p>In einer radikal digitalisierten Welt hängt das Survival Value unserer kulturellen Artefakte in hohem Maße davon ab, wie wir uns gleichzeitig gegen zwei Reflexe wehren können: Unseren eigenen, persönlichen Privatisierungsreflex und den korporiert-globalisierten Polizeistaatsreflex der Content- und Verwertungsindustrie.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-<br />
Miller, J. Hillis, and Manuel Asensi. <a href="http://www.amazon.com/Hillis-Boustrophedonic-Reading-Cultural-Present/dp/0804732434/"><em>Black Holes</em></a> / J. Hillis Miller; or, Boustrophedonic Reading. Transl. Mabel Richart. Stanford: Stanford UP, 1999.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/06/survival-value/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Ort, die Zeit</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/06/der-ort-die-zeit/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/06/der-ort-die-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 23:35:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Event]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboration]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=534</guid>
		<description><![CDATA[Messen, Kongresse, Konzerte, Parteitage, Events (…) haben implizit einen neuen Anspruch übergestülpt bekommen. Wer Vernetzung und Kommunikationstechnologie ernst nimmt, sollte im Zeitalter des Internets einen guten Grund haben, jemanden vor Ort zu bitten. Der Transfer von Informationen, oder performative Redundanz hatten sicherlich in vergangenen Epochen ihre gesunde Berechtigung, sich in lokalen Veranstaltungen zu manifestieren. 2010 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Messen, Kongresse, Konzerte, Parteitage, Events (…) haben implizit einen neuen Anspruch übergestülpt bekommen. Wer Vernetzung und Kommunikationstechnologie ernst nimmt, sollte im Zeitalter des Internets einen guten Grund haben, jemanden vor Ort zu bitten. Der Transfer von Informationen, oder performative Redundanz hatten sicherlich in vergangenen Epochen ihre gesunde Berechtigung, sich in lokalen Veranstaltungen zu manifestieren. 2010 jedoch sind sie schlicht eine Zumutung. Oder?</p>
<p><span id="more-534"></span></p>
<p>Sitzen und lauschen können diverse Medien besser transportieren. Ein qualitativer Diskurs ist im Netz ebenfalls etablierbar. Ein Beispiel mögen nur die Facebook-Seiten von &#8222;<a title="Facebook: ZDF Heute" href="http://www.facebook.com/ZDFheute">ZDF heute</a>&#8220; oder &#8222;<a title="McK Quarterly" href="http://www.facebook.com/mckinseyquarterly">McKinsey Quarterly</a>&#8220; sein. Wozu sammelt man also Leute an einem Ort zu einer Zeit zusammen, wenn digitalisierte Diskurse durch technologische Unterstützung asynchron, kontextuell und ubiquitär verfügbar sein können; wenn die monetären und ökologischen Kosten einer echten Veranstaltung ungleich viel höher sind? Wenn die Qualität, mit der ich einen Sprecher beobachten und seiner Rede folgen, pausieren, verifizieren, falsifizieren, kontrollieren, redigieren, weiter publizieren (…) kann, im Digitalen so viel höher sein kann?</p>
<p>Nach einer gemeinsamen Veranstaltung hat <a title="Code Concept Atmo Being" href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2007/09/2-webmontag-dusseldorf/">sich Siggi mal zu etwas hinreissen lassen</a>, was ein erster Ansatz sein kann: Der Grund, warum eine räumlich und zeitlich synchrone Veranstaltung Sinn macht, muss in den Möglichkeiten begründet sein, die nur dieser real-existierende Raum bietet: Die Inszenierung der Versammlung: Was wurde erreicht; welcher Vortrieb welcher Profession hat stattgefunden? Zu welchem Gewinn haben die Teilnehmer durch ihre unmittelbare Interaktion beigetragen?</p>
<p>Und: Welche Qualität verdankt dieser Gewinn der lokalen Zusammenkunft?</p>
<ol>
<li>Eine tatsächlicher intellektueller Zugewinn: Die Präsentation von etwas Neuem</li>
<li>Ein spontaner Diskurs, dessen Inszenierung im Moment einen emergenten Prozess provoziert</li>
<li>Die Schaffung einer Atmosphäre der Gemeinschaft</li>
<li>Eine öffentliche Manifestierung des Seins einer Gruppe</li>
</ol>
<p>Nun hatte in der vergangenen Woche <a title="T-Systems MMS" href="http://www.t-systems-mms.com/">T-Systems MMS</a> in das schöne <a title="Dresden" href="http://www.dresden.de/">Dresden</a> geladen; zum <a title="Dresdener Zukunftsforum" href="http://www.dresdner-zukunftsforum.de/blog/">Future Forum</a>. Wofür ich erstmal sehr dankbar bin. Denn ich habe das schöne Dresden kennen gelernt, konnte einige alte Kontakt auffrische und einige erfrischende neue Kontakte machen.</p>
<p>Ein Future-Forum in der deutschen Provinz. Geladene Sprecher: <a title="Ray Kurzweil" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Kurzweil">Ray Kurzweil</a> und <a title="Tim Berners-Lee" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a>. Weder der eine noch der andere haben allerdings in ihren Vorträgen einen neuen Erkenntnisgewinn formuliert oder gar proviziert. Ray Kurzweil hat zweifelsohne perfekt präsentiert, ist jedoch von vielen Konferenz-Teilnehmern mit seinen Visionen nicht ernst genommen worden. Während Tim Berners-Lee gar nicht über die Zukunft, sondern über die letzten 20 Jahre der Webentwicklung gesprochen hat und aus deren Mängeln eine Forderung zur Verbesserung vortrug. Stichwort: Linked Data. Beide Vorträge kann man ziemlich ähnlich bei TED (<a title="TEd: Ray Kurzweil: How Technology will transform us" href="http://www.ted.com/talks/ray_kurzweil_on_how_technology_will_transform_us.html">Ray</a>, <a title="TED: Tim Berners-Lee: On the Next Web" href="http://www.ted.com/talks/tim_berners_lee_on_the_next_web.html">Tim</a>) oder youtube oder sonst wo im Netz finden.</p>
<p>Zwischen den Vorträgen gab es &#8222;<a title="Dresdener Zukunftsforum: Breakout Sessions" href="http://www.dresdner-zukunftsforum.de/blog/4-dresdner-zukunftsforum/future-space/">Sessions</a>&#8220; in denen kleine Teams kurze Gedanken vortrugen, die teilweise kontrovers diskutiert wurden. Ein generell guter Gedanke, auf jeden Fall sehr viel zukunftiger als die Wiederholung einer Performation von zwei alten Männern.</p>
<p>Drei Fragen deshalb:</p>
<ol>
<li>Gibt es nicht in Dresden, Darmstadt, Aachen, Düsseldorf, Genf… Forscher, Visionäre, Utopisten, die den Stallgeruch des Forschens an der Zukunft besser in ein solches Forum tragen können? Frischer, ungehobelter, authentischer?</li>
<li>Ist eine inszenierte Wiederholung des Themas &#8222;Zukunft&#8220; überhaupt angemessen?</li>
<li>Ist die Form eines Vortrages, dem Thema &#8222;Zukunft&#8220; überhaupt angemessen?</li>
</ol>
<p>Alle drei Fragen sollen sich durch das vorher geschriebene bereits von selbst beantworten. Wenn also ein Kommunikations-Konzern in seinen kulturellen Gesten noch in der Moderne verhaftet ist, ist es kein Wunder, dass die Gesellschaft sich mancherorts, manchmal zerrissen fühlt. Zerrissen zwischen dem Anspruch Ernst zu machen mit den eigenen Errungenschaften und dem Nachziehen oder Vorschubsen der Gestrigen.</p>
<p>Welches Bild mag wohl Ray Kurzweil nun haben, dass er in die deutsche Provinz gerufen wurde, um für einen der größten Konzerne des Landes als Repräsentant für die Zukunft zu sprechen? Und welches Bild mag nun der aufgeklärter und der unaufgeklärte Gast haben, die einer Inszenierung des 20. Jahrhunderts beiwohnten und die als &#8222;Zukunfts-Forum&#8220; gelabelt war.</p>
<p>Ein typischer Fall, in dem der Gedanke des WARUM nicht der Gedanke des WOZU prägend war und so leider das Klassenziel nicht erreicht wurde. Ein Klassenziel was Barcamps, Wavewednesdays, Webmontage usw. in den letzten 10 Jahren aufgestellt haben: Die inspirierende Veranstaltung, bereit für einen emergenten Prozess. Wo auch immer der hinführen möge.</p>
<p>Sich ernsthaft auf die Zukunft vorbereiten, bedeutet nicht sie zu inszenieren zu suchen, sondern ihre Manigfaltigkeiten zu akzeptieren, ihre Unsicherheiten spielerisch aufzugreifen und vielfältige Bilder und Eindrucke von etwaigen, konkurrierenden Szenarien zu bekommen.</p>
<p>Im Chat brachte Siggi mich gerade auf einen weiteren, abschließenden Gedanken; was der allgemeine Anspruch einer Inszenierung &#8222;an sich&#8220; ist. Welche ethischen Prinzipien müssen in einer Zeit an Inszenierungen geheftet werden (dazu sollen hier auch Werbespots, Schulen oder Parlamente zählen), in der es zahlreiche Technologien mit dem Potential gibt, die Welt vollständig aus den Angeln zu heben (Nano, Nano-Assembling, Bio, Synth-Bio, Robotik, Nano-Robotik, Medizin, Computing, …).</p>
<p>Man könnte also radikalisierend formulieren, dass bei einer Veranstaltung, die das Label &#8222;Zukunft&#8220; trägt, ganz besonders hinterfragt werden darf, ob sie den Teilnehmern in einem exponentiell beschleunigten technologischen, techno-sozialen und soziologischen Umfeld (= 21. Jhd.) durch Repetition einer allgemein verfügbaren Inszenierung nicht tatsächlich die Zukunft verweigert.</p>
<p>________________________</p>
<p>Lesenswert im Kontext:</p>
<ul>
<li><a title="Digital Everything" href="http://wavetank.de/2010/05/digital-everything/">Digital Everything</a></li>
<li><a title="Complexity &amp; Processity" href="http://wavetank.de/2010/05/complexity-processity/">Complexity &amp; Processity</a></li>
<li><a title="Vom kulturellen Wirkungsquantum" href="http://wavetank.de/2010/04/vom-kulturellen-wirkungsquantum/">Vom kulturellen Wirkungsquantum</a></li>
<li><a title="Differenzen stückeln" href="http://wavetank.de/2010/02/differenzen-stuckeln/">Differenzen stückeln</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/06/der-ort-die-zeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Session 7: Epiphifzen und digitale Schwerkraft</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 13:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Ästhetische Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[inequality]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=501</guid>
		<description><![CDATA[Können die gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen des technologischen Fortschritts so hochfrequent sein, dass die Dauer einer Legislaturperiode nach unten korrigiert werden muss? Ist ein Mandat an die verfügbaren und kommunizierten Mittel des Mandatierungszeitpunktes gebunden?
Nachdem Siggi seiner Aufregung über Rorty Luft gemacht hat, kommen wir auf den obigen Trichter (siehe zu dem Trichter auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Können die gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen des technologischen Fortschritts so hochfrequent sein, dass die Dauer einer Legislaturperiode nach unten korrigiert werden muss? Ist ein Mandat an die verfügbaren und kommunizierten Mittel des Mandatierungszeitpunktes gebunden?</p>
<p>Nachdem <a title="Siggi Becker" href="http://siggibecker.de/blog">Siggi</a> seiner Aufregung über <a title="Richard Rorty" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Rorty">Rorty</a> Luft gemacht hat, kommen wir auf den obigen Trichter (siehe zu dem Trichter auch bei Siggi: &#8222;<a title="Maßstab Politik" href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2003/12/masstab-politik/">Maßstab</a>&#8220;) nach dem Durchkämmen des Thrashold ;-), den Facebook mit seinem globalen iLike-IT Button in die Welt kippt. Differenzierung und Resilienz kann dann nicht mehr durch das Verbindungherstellen an sich erreicht werden; der Druck, auch binnendifferenziert seine Qualitäten auf der Reihe zu haben, also die Hausaufgaben zu machen, steigt in der Folge.</p>
<p>Zu den Hausaufgaben 2010 gehört auch die Auseinandersetzung mit den faszinierenden Entwicklungen der Robotik, die ich mit einem eigenen Artikel bereits am Wochenende beglückte: <a title="Robotik: Präzision und Unsichtbarkeit" href="http://wavetank.de/2010/04/prazision-und-unsichtbarkeit/">Präzision und Unsichtbarkeit</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11230410&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11230410&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Das Durchkämmen trägt uns noch ein kleines wenig weiter. <a title="Jay Martin" href="http://betweendrafts.com/">Jay</a> und <a title="Tim" href="http://bruysten.com">ich</a> entwickeln den Gedanken einer bremsenden Wirkung, die durch die zunehmende Digitalisierung der Welt verursacht werden könnte. Die Fluchtgeschwindigkeit vom Ist zu Utopia könnte in einer digitaleren Welt höher sein. Hier wirft dann auch Siggi noch mal völlig zurecht ein, dass &#8222;Digitalisierung&#8220; ein tendenziell eher unterschätztes Szenario ist. Rechercheanstöße mögen hier die Begriffe &#8222;<a title="Bekenstein Grenze" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenstein-Grenze">Bekenstein Grenze</a>&#8220; und &#8222;<a title="Computronium" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Computronium">Computronium</a>&#8220; sein.</p>
<p>Also, eine bunte Session, wieder mal jenseits der Stundengrenze. Aber noch leicht unterhalb der zeitlichen Ausdehnung der <a title="Session 6: Die Kunst des Sehens" href="http://wavetank.de/2010/04/session-6-die-kunst-des-sehens/">6. Session</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/04/session-7-epiphifzen-und-digitale-schwerkraft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
<enclosure url="http://wavetank.de/downloads/Session.Seven.m4v" length="824541244" type="video/x-m4v" />
		</item>
		<item>
		<title>Just say NO</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/03/just-say-no/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/03/just-say-no/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 12:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siggi Becker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kontingenz]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[trend]]></category>
		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=412</guid>
		<description><![CDATA[Das Leitmotiv vieler gegenwärtiger politischer, wirschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse scheint mir ein Nein zum Nein zu sein. Unter diesen Bedingungen ist die Flucht in die scheinbare Sicherheit von Trends nichts als der Ausdruck der Mutlosigkeit zur Utopie. Nur wo die phantastische Negation eines Bestehenden ihren mutigen Ausdruck in der Vision einer Utopie findet, können auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das Leitmotiv vieler gegenwärtiger politischer, wirschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse scheint mir ein Nein zum Nein zu sein. Unter diesen Bedingungen ist die Flucht in die scheinbare Sicherheit von Trends nichts als der Ausdruck der Mutlosigkeit zur Utopie. Nur wo die phantastische Negation eines Bestehenden ihren mutigen Ausdruck in der Vision einer Utopie findet, können auch Kulturformen des Übergangs (Luhmann) gefunden werden um die explodierende CO-ntingenz auf bearbeitbaren Boden zu reduzieren. Nur so könnten statt im Kern lächerlicher futuristischer Kürvchen, Bilder von Zukünften formuliert werden, die genügend CO-nsens erzeugen, damit Organisationen Formen finden, die ihnen ermöglichen genügend Selbstähnlichkeit aufrechtzuerhalten, ohne die notwendigen Transformationen in Katastrophen oder Dystopien enden zu lassen. Zuviel Ernst produziert in dieser Lage nur eventuell tödliche Denkverbote.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/03/just-say-no/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Elena Esposito: Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation</title>
		<link>http://wavetank.de/2010/01/355/</link>
		<comments>http://wavetank.de/2010/01/355/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 23:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Bruysten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Agents]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Elena Esposito]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://wavetank.de/?p=355</guid>
		<description><![CDATA[Elena Esposito hat im Mai 2008 einen bemerkenswerten Vortrag über &#8222;Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation&#8220; im Rahmen des Bochumer Kolloquiums Medienwissenschaft gehalten. Sie ist Soziologin, Schriftstellerin und Dozentin an der Universität Modena und Reggio Emilia. 1987 hat sie ihr Diplom in Politikwissenschaft bei Umberto Eco gemacht und schließlich 1990 bei Niklas Luhmann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Elena Esposito hat im Mai 2008 einen bemerkenswerten Vortrag über &#8222;<em>Die Transparenz der Technik in der medialen Kommunikation</em>&#8220; im Rahmen des <a title="Bochumer Kolloquium Medienwissenschaft" href="http://www.kolloquium-medienwissenschaft.de/">Bochumer Kolloquiums Medienwissenschaft</a> gehalten. Sie ist Soziologin, Schriftstellerin und Dozentin an der Universität Modena und Reggio Emilia. 1987 hat sie ihr Diplom in Politikwissenschaft bei <a title="Umberto Eco" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Umberto_Eco">Umberto Eco</a> gemacht und schließlich 1990 bei <a title="Niklas Luhmann" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niklas_Luhmann">Niklas Luhmann</a> promoviert. Noch mehr <a title="Elena Esposito" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elena_Esposito">aufregende Details</a> kennt Wikipedia.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2275811&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2275811&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Nur einen Aspekt möchte ich hier noch mal besonders herausheben… Elena Esposito beschäftigt sich mit der Frage, wie sehr die technische Funktionsweise eines Mediums vom Empfänger (oder den Kommunizierenden) verstanden sein muss, um die Botschaft verstehen zu können.</p>
<p>In der <a title="Die Ästhetische Gesellschaft - Session.One" href="http://wavetank.de/2010/01/die-asthetische-gesellschaft-session-one/">Session.One</a> haben wir diese Frage noch weiter zugespitzt und nach einem Ästhetik-Begriff für eine Gesellschaft gefragt, in der nicht nur das technische Medium durch seine Transparenz Eigenschaften einer ersten Natur annimmt, sondern auch der Entscheider hinter dem Medium ebenfalls eine Maschine ist.</p>
<p>Besonders der Artikel &#8222;<a title="Bot-Mediated Reality" href="http://wavetank.de/2010/01/bot-mediated-reality/">Bot-Mediated Reality</a>&#8220; ist im Kontext noch zu empfehlen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://wavetank.de/2010/01/355/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

