Digital Everything

by Tim Bruysten on 27. Mai 2010

in Szenarien

Leider überlagert die oftmals leidige (wenn auch notwendige) Mediendebatte andere Themen oder nimmt sich im öffentlichen Diskurs zu viel Raum innerhalb eines Themas. So auch im Kontext der „Digitalisierung“. Unweigerlich zwingt die alltägliche Erfahrung, hier an Copyrights, das papierlose Büro und den Überlebensk(r)ampf von allen möglichen Totes-Holz-Produkten oder die Piratenpartei zu denken.

Dabei geht es hier um Alles. Ja. Um Alles. Digitalisierung ist Utopie und Dystopie zu gleich. Sie wird uns alles nehmen und alles geben. Sie bedarf dringend einer intellektuellen Debatte und einer öffentlichen Reflexion. Dabei wird an manchen Stellen auf Terra schon lange an Produkten gearbeitet, die StarTrek und H.G. Wells müde aussehen lassen.

Einen kleinen Einblick in die Digitalisierung des Lebens selbst gewährte uns Craig Venter vor wenigen Tagen:

Die Digitalisierung der Prozesse der Erschaffung von Leben, im diesem Kontext mit dem Schlagwort der „synthetischen Biologie“ oder dem „Bio-Assembling“ bezeichnet ist keine ferne Vision. Sicher ist die Forschung noch lange nicht fertig und bis zu einer industriellen Fertigung werden noch einige Jahre vergehen… Moment… ! Braucht es bei einem klaren Durchdenken der Kontexte Digitalisierung und Bio-Assembling eine industrielle Fertigung? Wohl eher nicht. Im Massenmarkt werden wir Bio-Tamagotchis trotzdem noch nicht morgen haben.

Gentechnik auf Steroiden – der Umgang mit der DNA wie mit einer Programmiersprache zur Kreation ganz gezielter Lebensformen die ganz klar definierten Zwecken dienen sollen, ist ein Spielfeld unvermessener und ungeahnter Dimension. Charles Stross hat mit seinem Buch Accelerando einige gute Ideen geliefert.

Richtig spannend wird’s, wenn wir mehrere Visionen kreuzen: Mediale Kollaboration und Digitalisierung von „Allem“. Tools wie Wave lassen uns am Saum dieses Geistes schnuppern, das Plugin, welches die gemeinsame Modifikationen einer DNA erlaubt ist leicht zu schreiben… Der wahre Spaß liegt noch vor uns.

Im weiteren Kontext ist lesenswert:

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Der Ort, die Zeit: Gedanken zur Notwendigkeit von synchronen, lokalen Veranstaltungen — Wavetank
15. Juni 2010 um 01:37

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