Empatische Systeme

In dem lesenswerten Artikel, Dawn of the emotional Machine, differenziert Jeff Nolan zwischen emotionalen und emphatischen Maschinen. Bringt uns diese Überlegung zu den Diskussionen zurück, die einst zur Gründung der ästhetischen Gesellschaft führten; so ist sie nun, einige Jahre später, aus der Sphäre des Denkbaren schon fast in die Niederungen konkreter Alltagserfahrungen diffundiert.

In beschleunigten Zeiten muss uns dies in vielerlei Hinsicht zu denken geben, stellt es doch sehr fundamentale Gründe, Gewohnheiten und Rituale unserer Gesellschaft in Frage mit denen wir soziale Standards über jahrzehntausende begründet und zementiert haben.

Denn wenn die Qualität des Geborgenheit-, Schutz- und Gemeinschaftsgefühls, von sexuellem bis zu intellektuellem Genuss vermittelt durch Maschinen ebenfalls exponentiellen Steigerungen unterliegt, ist es vielleicht egal, ob diese Maschinen bewusst oder gar selbstbewusst sind. Dann nehmen Sie uns nicht nur die Jobs, sondern auch mehr und mehr soziale Positionen.

Wenn wir nicht selbst zu ihnen werden, werden wir Symbionten unser eigenen Gesellschaft sein; ihr Grund, aber nicht ihr Antrieb; ihre Knoten, aber nicht ihre Kanten. Dann könnte sich Sein vom Werden abkoppeln.

K-Camp Interviews

Die K-Camps werden von Interviews begleitet, die deren Themen noch einmal auf den Punkt bringen.

Zur Zeit schon online:
Ein Interview mit Linda Breitlauch zur Überlegung ob Spiele Kunst sind
Ein Interview mit Siggi Becker, zur Beschleunigung. Wozu auch sonst?
Ein Interview mit Christian Schicha, zu medienethischen Fragen zwischen Privatsphäre und Beschleunigung

Lesenswert.

Fortschritt

Bei ARTE wird ein Versuch über den Fortschritt gesendet. Soweit man von Senden noch sprechen kann. Wir nutzen dies hier als Hinweis auf das K-Camp, bei dem es um eben dieses Spannungsverhältnis gehen soll: Kunst, Technologie und Gesellschaft.

Details zum K-Camp natürlich auch auf Facebook.

Kurzinfo
K-CAMP
23.05.2013, ab 18:30 Uhr
Kunstsammlung NRW
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Die Dimension des Wandels

Gelegentlich wird es gemunkelt, hinter vorgehaltener Hand geflüstert; verdächtigerweise von Individuen, deren Identität von der Hoffnung auf die Zugehörigkeit zu einer vermuteten, gar konspirativen Elite der Beschleunigung bestimmt wird: Wir erleben zur Zeit den umfassendsten Wandel seit Anbeginn von Kultur und Geschichte, der ursächlich auf uns selbst zurückzuführen ist. Doch es gibt Indizien, die diese These stützen, deren Art und Qualität uns aufhorchen lassen sollte. Denn es ist nicht nur der fachliche Inhalt dieser selben, sondern auch ebendiese Art von der sie sind, die die Bedeutung der Beweisführung ausmachen.

Die Reflexion hier soll  aus Gründen des Pragmatismus und der Bequemlichkeit des Autors auf der Spielwiese von Indizien verbleiben. Im Folgenden also: Gedankenexperimente.

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Meta-pher

Nach dem J. vor einigen Jahren das Thema aus einer sprachanalytischen und politischen Sicht auseinander klamüsert hat, habe ich aus aktuellem Anlass eine sehr viel knappere, eher medientheoretische Zusammenfassung verfasst, die, der Vollständigkeit halber, hier wiedergegeben sei.

Ist das Internet ein Raum?
[… ] wir sind uns einig, dass die “Kanal-Metapher” untauglich ist; doch ploppt in mehreren (großen) deutschen Medienhäusern nun plötzlich die Raum-Metapher wieder auf. Diese greift auf der einen Seite zu kurz und ist auf der anderen Seite – die dann wieder politisch ist – zudem gefährlich… Am Ende wird es dann utopisch.

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